Das Forschungsinstitut

Das Karlsruher Naturkundemuseum (SMNK) ist eines der großen naturwissenschaftlichen Forschungsmuseen Deutschlands. Wie in allen Naturkundemuseen der Welt liegt ein Schwerpunkt der Forschungsarbeit in der Erfassung der organismischen Vielfalt unserer Erde, d.h. in der Beschreibung der Arten und ihrer Biologie sowie in der Klassifizierung in einem Ordnungssystem. In diesen von den Universitäten kaum mehr abgedeckten Disziplinen gewinnen die Forschungsmuseen immer größere Bedeutung. Naturkundemuseen haben auch die Aufgabe diese Vielfalt und die Verbreitung der Arten mit Hilfe von Sammlungen zu dokumentieren. Die Forschungsergebnisse werden laufend der Wissenschaft, der interessierten Öffentlichkeit und den Behörden in Form von Veröffentlichungen und Vorträgen zugänglich gemacht.

Die durch die Naturkundemuseen gewährleistete Kenntnis der globalen Biodiversität ist unerlässlich für die Erforschung und Überwachung der Ökosysteme und für das Verständnis ihrer funktionalen Zusammenhänge. Damit leisten die Naturkundemuseen einen bedeutenden Beitrag zur Zukunftssicherung des Menschen, die von einer funktionierenden Umwelt und der nachhaltigen Bereitstellung genetischer und biochemischer Ressourcen der Lebewesen abhängt. Neben dieser allgemeinen Biodiversitäts- und Ökosystemforschung liegt seit jeher ein besonderer Schwerpunkt der Forschungsarbeiten des SMNK in der Erforschung und Dokumentation der Flora, Fauna und geowissenschaftlichen Phänomene Südwestdeutschlands in Vergangenheit und Gegenwart.

Die vielfältigen wissenschaftlichen Aufgaben werden von den Mitarbeitern der vier wissenschaftlichen Abteilungen Botanik, Entomologie, Geologie und Paläontologie und Zoologie in zahlreichen Einzelprojekten wahrgenommen. Sie sind in einen Forschungsrahmen und in fachübergreifende Forschungsschwerpunkte integriert und durch enge Kooperationen mit Universitäten, anderen wissenschaftlichen Institutionen und Forschern im In- und Ausland gekennzeichnet. Die Projekte werden zu einem hohen Anteil durch Drittmittel finanziert, deren Umfang in den letzten Jahren stets über dem Sachmitteletat des Hauses lag. Die Forschungsarbeit begründet maßgeblich das nationale und internationale Ansehen des Hauses.

Alle Forschungsaufgaben sind untrennbar verknüpft mit der Aufbereitung, Pflege, Erweiterung und Nutzung der wissenschaftlichen Sammlungen, die nach den Beschlüssen der Haager Konferenz ein unersetzliches, von den Unterzeichnerstaaten zu erhaltendes Kulturerbe darstellen. Sie umfassen allein im Karlsruher Naturkundemuseum eine zweistellige Millionenzahl an Naturdokumenten, die Auskunft geben über Merkmale und Verbreitung der Arten in Vergangenheit und Gegenwart.