Sammlungen

Schausammlung

Ausgestorbene Vögel

Blick in die Wirbeltiersammlung

Schädelsammlung

Spinnensammlung

Die zoologischen Sammlungen

Von den Beständen aus der Zeit der Markgräfin Caroline Luise und des ersten Direktors Carl Christian Gmelin findet man nur noch Spuren in den heutigen Sammlungen der zoologischen Abteilung. Durch die Brände nach den Bombadierungen Karlsruhes im September 1942 im Museumsgebäude und im September 1944 im Karlsruhe Schloß, wohin die Reste ausgelagert worden waren, wurden die meisten zoologischen Schauobjekte und Sammlungsteile vernichtet. Nur die Molluskensammlung blieb bis heute weitgehend erhalten. Einzelne in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erworbene oder gestiftete wertvolle Schädel, wie der eines Javatigers, sowie eine kleine Sammlung von exotischen Vögeln sind die ältesten noch sicher zurückverfolgbaren Nachweise für die damalige Sammeltätigkeit in der Wirbeltiersammlung des Museums, deren Umfang durch alte Inventarbücher und Zettelsammlungen belegt ist. Dazu zählen auch Präparate heute ausgestorbener Arten: Drei Wandertauben, Karolinasittich und Lappenhopf, sind unwiederbringbare Schätze der Sammlung.

Galt die Sammeltätigkeit der Karlsruher Zoologen nach dem Krieg vor allem dem Neuaufbau der Schausammlung, die Helmut Knipper durch seine Ostafrikareisen vorantrieb, liegt heute der Schwerpunkt der wissenschaftlichen Sammlung im Bereich der Wirbeltiere bei bodenlebenden Säugetieren und Fledermäusen der Region, die größtenteils aus dem Erfassungsprogramm "Wildlebende Säugetiere in Baden-Württemberg" und aus der Arbeit der Koordinationsstelle für Fledermausschutz in Nordbaden am SMNK stammen und bei einheimischen Vögeln, die von den ehrenamtlichen Mitarbeitern des Projekts "Brutvogelmonitoring Baden-Württemberg" der LfU und der ornithologischen Arbeitsgruppe des Naturwissenschaftlichen Vereins als Totfunde eingeliefert werden. Ungefähr 6.000 Kleinsäuger, 4.500 Fledermäuse und ca. 3.500 Vogelbälge wurden bislang zusammengetragen und wissenschaftlich ausgewertet.

Einzigartig ist eine ca. 6.000 Exemplare umfassende Sammlung von Schädeln afrikanischer Säugetiere, die der Heidelberger Arzt und Anthropologe Himmelheber in Liberia aus den Nahrungsresten der einheimischen Bevölkerung zusammengetragen hat. Von Menschenaffen bis zur Maus ist das ganze Nahrungspektrum vertreten, am wertvollsten sind dabei riesige Serien von Halbaffen und Schleichkatzen, die in dieser Anhäufung in Museumsbeständen selten zu finden sind.

Im Bereich der Wirbellosen liegt der Schwerpunkt der Sammlung heute bei der Bodenmesofauna, den Milben und Springschwänzen, die überwiegend in Form von Probenbanken hinterlegt ist. Diese umfassen etwa 1 Millionen Exemplare, sind weitgehend bis auf das Artniveau bestimmt und in abfragbaren Datenbanken erfasst. Herrausragend ist die Sammlung von 250.000 bis zur Art identifizierten Hornmilben (Oribatida) aus 700 Arten, darunter 50 Typusexemplare. Dazu kommt die artbasierte Alkoholsammlung einheimischer und neotropischer Spinnen und Spinnentiere (Arachnida), ebenfall EDV-erfasst und ständig erweitert mit derzeit etwa 3.900 Sammlungsnummern und ca. 1.500 Arten, daruter 118 Typusexemplare.

Weitere wissenschaftlich bedeutende Spezialsammlungen umfassen Fadenwürmer (Nematoda: 10.000 Sammlungsnummern), die Weichtiere (Mollusca: 25.000 Sammlungsnummern, und die weltweit nachgefragte Sammlung von Ruderfußkrebsen (Copepoda: 19.000 Slg.-Nr.) aus dem Nachlaß von Friedrich Kiefer.

Einen guten Überblick über die zoologischen Sammlungen des SMNK und Kurzinformationen zu jeder Sammlung finden Sie unter der Website des Zentralregister biologischer Forschungssammlungen in Deutschland (ZEFOD) in "Deutsches Informationsnetz Biodiversitätsforschung"
Unter Sammlungen: Zoologische Sammlungen: Karlsruhe:

Online verfügbare Wirbellosen-Sammlungen des SMNK:
Echte Spinnen (Arachnida, Araneae)
Hornmilben (Arachnida, Oribatida)
Spinnentiere (Arachnida, Sonstige)
Springschwänze (Collembola)
Beintaster (Protura)
Tausendfüßer (Myriapoda)