Ausstellungen

Veranstaltung: Vortrag

Die Rückkehr der Wölfe - Fallstudie Yellowstone

Dienstag, 7.2.2017, 18.30 Uhr
von Prof. Dr. Norbert Lenz, Direktor des Naturkundemuseums
in Zusammenarbeit mit dem Naturwissensschaftlichen Verein Karlsruhe e.V.
Eintritt frei

Am 1. März 1872, vor über 140 Jahren also, wurde im Nordwesten der Vereinigten Staaten von Amerika der „Yellowstone National Park“ gegründet. Doch waren die Vorstellungen, welche Aufgaben und Ziele mit diesem ältesten Nationalpark der Welt zu verbinden sind, noch mehrere Jahrzehnte lang recht vage. So konnte es geschehen, dass zwar viele naturkundliche Besonderheiten des Yellowstone-Gebiets geschützt wurden, nicht jedoch die Wölfe und andere Beutegreifer. Im Gegenteil: Im Jahr 1926 wurden die letzten Wölfe des Yellowstone-Nationalparks getötet – ausgerottet in einem Gebiet, das heute zu den bekanntesten Natur-reservaten der Welt zählt! Fast siebzig Jahre später wurden Wölfe 1995 im Norden des Reservats wieder eingeführt. Seither hat sich hier ein Bestand von mehreren hundert Wölfen etabliert, die teils in Rudeln, aber auch in anderen Konstellationen leben. Diese Entwicklung ist an der übrigen Tierwelt, aber auch an der Vegetation nicht spurlos vorübergegangen. Die von den Wölfen direkt und indirekt ausgelösten Veränderungen wurden und werden von Naturschützern, Landwirten, Jägern und Politikern aufmerksam verfolgt und sind eine hochinteressante ökologische Fallstudie. Auch wenn die Lebensweise der Wölfe in Nordamerika teilweise anders ist als jene ihrer Verwandten in Europa, lohnt es angesichts der Rückkehr der Wölfe nach Deutschland, sich mit den Erfahrungen aus dem Yellowstone-Gebiet zu befassen.