Forschung

Die Moorforschung in  Südwestdeutschland, die sich in Arbeiten zur heutigen Vegetation der Moore und vegetationsgeschichtliche Arbeiten aufteilt und die Bearbeitung der Torfmoose Südwestdeutschlands umfasst. Diese Arbeiten blicken auf eine Tradition von über 80 Jahren zurück. Am Anfang stand die Arbeit E. Oberdorfer‘s zur aktuellen Vegetation und Vegetationsgeschichte des Schluchsee-Gebietes, die 1929 begonnen wurde. Bis vor wenigen Jahren waren die vegetationsgeschichtlichen Arbeiten Oberdorfer‘s zum Oberrheingebiet die einzigen Informationen, wie es in unserer Region früher aussah. Schon damals waren vegetationsgeschichtliche Arbeiten mit Untersuchungen zur Rezent-vegetation kombiniert. Ab den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurden dann die Arbeiten durch G. Lang vor allem im Schwarzwald und Bodenseeraum weitergeführt. Auch hier wurden Rezent- und Paläovegetation parallel mit inzwischen verbesserten Möglichkeiten untersucht. Vor allem die weiter entwickelte Kenntnis der verschiedenen Pollentypen ermöglichte viel weitergehende Aussagen. Auch wurde schon mehr Wert auf die Untersuchung der Großreste in Torfen gelegt. Ab 1976 wurden dann die Arbeiten durch A. Hölzer weiterentwickelt. Einerseits wurde die Großrestanalyse vor allem hinsichtlich der Moosreste in Torfen, die oft 90% der Masse ausmachen, intensiviert, andererseits wurde ein Labor für geochemische Spurenanalyse der Torfe aufgebaut, die wichtige zusätzliche Informationen liefert.

Für die Untersuchung der Moosreste in Torfen braucht man gute Formenkenntnisse der heute und in der Vergangenheit vorkommenden Moose. Auch sollte man zur Interpretation der Moosreste die heutigen Ansprüche der Moose bestens kennen. Da vor allem Hochmoortorfe weitgehend aus Torfmoosresten bestehen, lag es nahe, sich diesen intensiver zu widmen. So entstand ein Arbeitsprogramm zur Kartierung der Torfmoose ganz Südwestdeutschlands.

In der Mykologie werden Untersuchungen zur Ökologie und Verbreitung heimischer Pilzen spezifischer Habitate unter besonderer Berücksichtigung von Großpilzen anthropogener (urbaner) Standorte durchgeführt. Hierzu gehört auch die Erfassung der Karlsruher Pilzflora und ihre Veränderung in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Pilze im Naturwissenschaftlichen Verein Karlsruhe.

Daneben wird taxonomisch-phylogenetische Forschung an Rost- und Brandpilzen sowie Echten Mehltaupilzen durchgeführt. Bei den obligat-phytoparasitischen Kleinpilzen werden natürliche und anthropogene Areale, ihre Ver- und Ausbreitung untersucht. Dabei gilt exotischen eingeschleppten Arten (Neomyceten) und ihrem Einfluss auf die Wirtspflanzen sowie der baden-württembergischen Rost- und Brandpilzflora das besondere Interesse.

Oberdorfer im Schluchsee (1929)
Oberdorfer im Schluchsee (1929)
Bohrung im Seewadel (Hegau 1990)
Bohrung im Seewadel (Hegau 1990)
Pollenpräparat
Pollenpräparat
Subfossiles Blatt der Moosbeere
Subfossiles Blatt der Moosbeere
Subfossiler Samen des Rohrkolbens
Subfossiler Samen des Rohrkolbens
Subfossiles Moos (Meesia triquetra)
Subfossiles Moos (Meesia triquetra)
Eschengrundmoos
Eschengrundmoos