Heutige Vegetation in Mooren

Um die Torfe aus Bohrkernen interpretieren zu können, muss man zuerst über die heutige Situation der Moore und die Ansprüche der Arten darin Bescheid wissen.

Deshalb werden schon seit vielen Jahren Wasseranalysen an speziell eingerichteten Messstellen in Mooren vorgenommen und die Zusammenhänge mit der umgebenden Vegetation hergestellt. Hiermit lässt sich die Einnischung der einzelnen Arten in Mooren feststellen, was wieder bei der Interpretation Bohrkernanalyse dient. Die Nährstoffverhältnisse spiegeln sich auch in der Verbreitung der Arten innerhalb eines Moores wider. Um die Länge der Vegetationsperiode festzustellen, werden auch Oberflächentemperaturen gemessen. Oft liegt der Schnee in den Karen des Nordschwarzwaldes von Ende Oktober bis Anfang Juni.

In Mooren wurden Dauerquadrate eingerichtet und die Entwicklung der Vegetation darin über viele Jahre beobachtet. Das Beispiel zeigt die Erholung der Vegetation, nachdem bei einem Renaturierungsversuch die ganze Vegetation extrem geschädigt worden war. Ebenso wurden viele Moore photographisch dokumentiert.

Eine besondere Rolle in den Mooren spielen die Torfmoose, die oft die dominierenden Bestandteile der Mooroberfläche bilden. Sie sind hervorragende Indikatoren der ökologischen Verhältnisse. Deshalb wurde parallel zu den Arbeiten in speziellen Mooren mit der Kartierung der Torfmoose in ganz Südwestdeutschland begonnen.

Verbreitung dreier Arten im Blindenseemoor:

Fichte
Fichte
schmalblätt. Wollgras
schmalblätt. Wollgras
Rosmarinheide
Rosmarinheide

Die Fichte kann nur an relativ nährstoffreichen Standorten am Moorrand existieren. Die Rosmarinheide dagegen ist eine typische Pflanze im offenen Moor. Das Schmalblättrige Wollgras verlangt eine gute Nährstoffversorgung, hält aber die Beschattung durch höhere Pflanzen nicht aus. So bleibt nur eine schmale Nische für diese Art.

Fotos eines Dauerquadrates im Lautermoor:

1991
Dauerquadrat in 1991
1996
Dauerquadrat in 1996

Aufnahme eines Dauerquadrates über mehrere Jahre im Lautermoor:

Dauerquadrat über mehrere Jahre im Lautermoor

Im Jahr 1990 wurde das Lautermoor im Rahmen einer Renaturierungsmaßnahme überflutet. Seit damals wird die Vegetation in drei Dauerquadraten jedes Jahr dokumentiert.

Vergleich der ökologischen Optima von 5 Torfmoosarten
Vergleich der ökologischen Optima von 5 Torfmoosarten
Okölogisches Optimum von einem Torfmoos in 3 Mooren SW-Deutschlands
Okölogisches Optimum von einem Torfmoos in 3 Mooren SW-Deutschlands
Temperatur in einem Torfmoosrasen über 5 Jahre (Hornisgrinde)
Temperatur in einem Torfmoosrasen über 5 Jahre (Hornisgrinde)
Temperatur in einem Torfmoosrasen über 5 Jahre (Lautermoor, Bienwald)
Temperatur in einem Torfmoosrasen über 5 Jahre (Lautermoor, Bienwald)