Die Großpilzflora des Ballungsraums Karlsruhe und ihre Veränderung

Tintenfischpilz in Karlsruhe

Bereicherung der Karlsruher Pilzflora durch den aus Australien stammenden Tintenfischpilz

In dem zweijährigen Forschungsvorhaben wird weltweit erstmalig und exemplarisch für andere Ballungsräume in SW-Deutschland die Großpilzflora (Basidiomycota/Ständerpilze, Morchellaceae/Morchel-Verwandte) des Stadtkreises Karlsruhe erfasst und ihre Veränderung dokumentiert. Aktuelle Vorkommen werden mit historischen Daten verglichen. Diese Daten stellen vor allem alte Belege aus Pilzherbarien dar, so dem Pilzherbarium des Naturkundemuseums, alte Literatur und die Pilztagebücher des Karlsruher Lehrers Paul Stricker, der seit 1927 das Pilzvorkommen in Karlsruhe dokumentierte. Eine Gesamtartenliste für Karlsruhe wird unter besonderer Berücksichtigung eingewanderter Arten (Neomyceten), dessen bekanntester Vertreter sicherlich der aus Australien stammende Tintenfischpilz (Clathrus archeri) ist, erstellt. Pilzbiotope mit besonders seltenen Arten werden erfasst. Hierunter fallen vor allem sog. "Saftlingswiesen“. Anhand der Datenlage werden Empfehlungen/Informationen zum Schutz der heimischen Großpilze für Privatpersonen (Kleingärtner) und Behörden (Gartenbau-, Forstamt, Naturschutzbehörden) formuliert.

Das Forschungsvorhaben wird von der Stiftung Naturschutzfonds beim Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr gefördert.

Ausgewählte Publikationen

Bernauer T., Scholler M. (2014):
Über einige seltene Saftlingsarten (Hygrocybe s.l.) nährstoffarmer Standorte im Stadtgebiet von Karlsruhe. Carolinea. 72: 89-95
Scholler M., Bandini D., Bernauer T., Schubert G., Winterhoff W. (2014):
Ein kurzer Überblick über die urbane Pilzflora des Naturschutzgebiets "Alter Flugplatz Karlsruhe". Carolinea. 72: 137-142
Scholler M. (2012):
Leben nach dem Tod: Die Sammlungen des Pilzherbariums am Staatlichen Museum für Naturkunde Karlsruhe (KR). Andrias. 19: 139-144
Scholler M., Müller G. (2008):
Projekt „Pilzflora von Karlsruhe" - erste Ergebnisse. Carolinea. 66: 87-93

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