Pilzherbarium: Sammlungen und
Sammlungsschwerpunkte

Die Pilzsammlung des Karlsruher Naturkundemuseums (KR) konnte, dank der Einstellung eines Mykologen, von 11.800 Belegen (2003) auf mehr als 69.000 Belege (2014) wachsen. Darunter sind mehr als 200 Typusexemplare. Aus zahlreichen Belegen der Sammlung wurde DNA extrahiert und für Barcodes bzw. phylogenetische Untersuchungen sequenziert. Dies gilt vor allem für Rostpilze im Rahmen des GBOL-Projekts und für Rißpilze (Inocybe), eine Blätterpilzgattung, die durch Dr. D. Bandini monografisch bearbeitet wird. Gut die Hälfte der mykologischen Belege sind in einer Datenbank (digital) erfasst, die seit 2015 online verfügbar ist.

Zu den ältesten  Sammlungen gehören die 1.100 Pilzbelege des Wertheimer Lehrers W. Stoll (1832-1917) aus dem 19. Jahrhundert. Alt und bedeutend sind die Sammlungen des ehemaligen Pilzherbariums der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald. Die Sammlung besteht aus mehreren 1.000 Belegen aus Nordostdeutschland und dem ehemaligen Hinterpommern (heute Polen), die von Prof. J. Münter (1815-1881) und Mitarbeitern gesammelt wurden.

Wissenschaftlich bedeutend sind ferner die Aufsammlungen folgender Pilzforscher: Prof. J. C. Arthur (Rostpilze, Nord- und Mittelamerika, Dubletten), Dr. D. Bandini (Gt. Inocybe, Europa), E. Bethel (Rostpilze, Nordamerika, Dubletten), Dr. W. Brandenburger (pflanzenparasitische Kleinpilze, vor allem Rostpilze Mitteleuropas), Dr. P. Döbbeler (Rostpilze, Europa und Mittelamerika), P. Dornes (Flechten Karlsruhe, Wilder See), M. Enderle (Blätterpilze, vor allem Psathyrella, Süddeutschland), Dr. H. Jage (Rostpilze Deutschland), Prof. H. Kreisel (Großpilze, Europa, Kuba), Dr. L. Krieglsteiner (Großpilze, Süddeutschland), D. Laber (Großpilze, Schwarzwald), Dr. H. Neubert (Großpilze, Baden), G. von Moesz (pflanzenparasitische Kleinpilze, Ungarn und Slowakei), Dr. M. Lutz (Brandpilze, Europa), B. Miggel (Großpilze, Schwarzwald), O. Müller (Rostpilze, Baden-Württemberg), S. Philippi (Ascomyceten, Baden-Württemberg), Prof. M. Schnittler (Brandpilze, Holarktis), A. Schmidt (Echte Mehltaupilze, Norddeutschland), Dr. M. Scholler (pflanzenparasitische Kleinpilze, Europa, USA), Dr. L. Schrimpl (Großpilze, Schwarzwald), H. Staub/U. Sauter (Aphyllophorales, Südwestdeutschland) und H. Thiel (Rostpilze, Deutschland).

Zwecks Ausleihen für wissenschaftliche Zwecke wenden Sie sich bitte an den Kurator.

Zuständiger Kurator

Dr. Markus Scholler, Dipl.-Biol.

Dr. Markus Scholler, Dipl.-Biol.
Telefon: +49 721 175-2810
E-Mail: scholler@naturkundeka-bw.de

Stahlschränke im Pilzherbarium
Stahlschränke im Pilzherbarium
Rostpilz (Melampsorella symphyti) auf dem Blatt von Symphytum officinale
Rostpilz (Melampsorella symphyti) auf dem Blatt von Symphytum officinale
Belegexemplar von Melampsorella symphyti im Herbarium
Belegexemplar von Melampsorella symphyti im Herbarium