Juli bis September 2026

Persischer Ehrenpreis

Der Persische Ehrenpreis (Veronica persica) ist eine ein- bis zweijährige krautige Pflanze, deren Samen kälteresistent sind (Therophyt). Verbreitet werden diese durch die Schwarze Wegameise (Lasius niger) aber auch durch landwirtschaftliche Arbeiten. Eine vegetative Vermehrung über Ausläufer ist ebenfalls möglich.

Die Stängel der Pflanze können bis zu 40 cm, die Wurzeln bis zu 20 cm lang werden. Die Art hat etwa 1 cm große Blüten, die in der Mitte hell/weiß sind und zum Rand hin blau werden. Der Persische Ehrenpreis kann von Februar bis hinein in den Oktober blühen, bei milden Wintern sogar in den Wintermonaten.

Ursprünglich aus dem Gebiet des Kaukasus und des heutigen Iran stammend, wurde die Art erstmals 1805 von Carl Christian Gmelin in seiner Abhandlung „Flora Badensis-Alsatica“ als Veronica tournefortii nom. illeg. beschrieben. Dieser Artname war jedoch illegitim, da er bereits in der Vergangenheit für eine andere Art genutzt wurde. 1808 gab Jean Louis Marie Poiret der Art dann den gültigen Namen Veronica persica („persica“ zu dt.: „persisch“). Gmelin beschrieb das Vorkommen des Persischen Ehrenpreises wie folgt: „prope Carlsruhe in agris am Holzhof ante aliquot annos ex horto botanico emigrata et nunc quasi spontanea“ (dt: „nahe Karlsruhe auf Äckern am Holzhof, vor einigen Jahren aus dem Botanischen Garten ausgewandert und nun jetzt quasi spontan wachsend“). Die Pflanze kam also bereits im 19. Jahrhundert außerhalb von botanischen Gärten, in denen sie gehalten wurde, verwildert vor. Da Fridolin Carl Leopold Spenner die Art 1826 in Freiburg als „frequens“ (dt. häufig) beschrieb, erfolgte die Ausbreitung des persischen Ehrenpreises sehr rasch. Heutzutage ist die Pflanze in Europa und auf der ganzen Welt verbreitet.

Der Persische Ehrenpreis wächst vorrangig in vom Menschen geprägten und bearbeiteten Landschaften, zudem ist er auch kulturell bzw. wirtschaftlich von Bedeutung. In verschiedenen Studien wurden unter anderem entzündungshemmende, antibakterielle, antivirale und antimykotische Effekte nachgewiesen. So findet die Pflanze in der traditionellen Medizin Anwendung als Mittel gegen Verdauungsbeschwerden und Dermatitis. Die überirdischen Pflanzenteile werden als Nahrung genutzt, von Menschen wie auch von Tieren.