Gipsstufe
Fundort: Barranca del Cobre/Chihuahua, Mexiko
Inv.-Nr.: SMNK-Min. 15217
Foto: Volker Griener, SMNK
Gipsstufe Fundort: Barranca del Cobre/Chihuahua, Mexiko Inv.-Nr.: SMNK-Min. 15217 Foto: Volker Griener, SMNK

Gips – ein Mineral mit vielen Facetten

Gips (wasserhaltiges Calciumsulfat, CaSO4 x 2 H2O) ist auf der Erde weit verbreitet. Man kennt es häufig nur in Pulverform – sei es für die Behandlung nach Knochenbrüchen oder als Grundlage für die Produktion von Gipsständerwänden.

Doch Gips kommt auch kristallin vor und bildet wunderschöne Kristalle – wie dieses etwa 40 kg (!) schwere Exemplar, das 1973 für die Erweiterung der Mineraliensammlung des Museums angekauft wurde.

Gips ist ein Mineral aus der Klasse der Sulfate und auf der Erde weit verbreitet. Er entsteht durch Ausfällung in sulfatgesättigtem Wasser oder bei der Verwitterung von schwefelhaltigen Erzen (z.B. Pyrit) sowie in vulkanischen Schloten am Meeresgrund. Das ausgestellte Exemplar ist wahrscheinlich in Zusammenhang mit vulkanischen Aktivitäten entstanden, da die Barranca del Cobre (dt. „Kupferschlucht“) fast vollständig aus Vulkaniten besteht.

Im Jahre 2000 wurden in einem großen unterirdischen Hohlraum in der Mine von Naica, einem Erzbergwerk im Staat Chihuahua/Mexiko, in einer Tiefe von 290 m riesige Gipskristalle entdeckt. In dieser „Höhle der Kristalle“ (cueva de los cristales) befinden sich bis zu 14 m lange und bis zu 50 Tonnen schwere Riesenkristalle aus Marienglas (Selenit), einer Gipsvarietät. Das Alter der größten Kristalle wird auf etwa 350.000 Jahre geschätzt.

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Mine_von_Naica#cite_note-7

Gips kann sich auch unter der Erde bilden, wenn dort die wasserfreie Gipsform „Anhydrit“ mit Wasser in Kontakt gerät. Dabei quillt Anhydrit durch Volumenvergrößerung enorm auf. Wenn der Quelldruck des entstandenen Gips´ größer ist als der Auflastdruck der Gesteinsschichten, kann dies an der Erdoberfläche massive Schäden an Gebäuden zur Folge haben.

Einen solchen Fall erlebte die Stadt Staufen im Breisgau im Jahre 2007. Dort hatte man in einer Tiefe von mehr als 100 Metern eine Schicht mit unter hohem Druck stehenden Grundwasser durchbohrt und damit eine verhängnisvolle Verbindung zu einer darüber liegenden Schicht mit Anhydrit (sog. „Gipskeuper“) geschaffen.

Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Hebungsrisse_in_Staufen_im_Breisgau