InBioVeritas

InBioVeritas - das "Kompetenzzentrum für den Schutz der Biodiversität der Mata Atlântica" wurde 2007 auf Initiative von Wissenschaftlern des Karlsruher Naturkundemuseums und ihrer brasilianischen Partner im Projekt SOLOBIOMA gegründet. Ziel des Kompetenzzentrums ist, das vorhandene Wissen zur Biologischen Vielfalt der Mata Atlântica effektiver für den Schutz und die nachhaltige Nutzung der einzigartigen Küstenwälder bereit zu stellen und zu nutzen.

Dafür werden von InBioVeritas bereits vorhandene Initiativen zur Erforschung und dem Schutz, z.B. der Universität, der Naturschutzorganisationen, der Behörden und Schutzgebietsmanager integriert und gefördert. Dabei ist die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses von besonderer Bedeutung. Es gibt etablierte Studienprogramme (Postgraduiertenkurse) zu den Themen Taxonomie, Ökologie und Landschaftsschutz der Landesuniversität von Paraná (UFPR), die didaktische und Forschungsaktivitäten in der Küstenregion Paranás durchführen. Maßnahmen zur Umweltbildung und der wissenschaftliche Austausch werden durch Besuche und Arbeiten in den Projektgebieten gefördert. Durch diverse Projekte der UFPR, SPVS, Umweltstiftung Boticário und privater Schutzgebiete ist dafür eine gute Infrastruktur in der Küstenregion Paranás nutzbar.

Ein wichtiges Produkt der Arbeit von InBioVeritas ist die hier vorgestellte, aber überwiegend in Brasilien genutzte Datenbank zu Studien in der südlichen Mata Atlântica. Über sie sollen Wissenschaftler, Umweltorganisationen und Behörden, aber auch Privatleute, einen Überblick über die im Gebiet bereits durchgeführten Untersuchungen, die beteiligten Institutionen und Personen sowie die Ergebnisse erhalten und zukünftig auch auf Daten zugreifen können. Durch diese Initiative soll insbesondere auch die Wertigkeit der privaten und öffentlichen Schutzgebiete durch Forschung und Vermittlung erhöht werden um deren Infrastruktur und personelle Kapazitäten langfristig zu erhalten und auszubauen.

InBioVeritas arbeitet in Übereinstimmung mit den Forderungen und Zielen des Übereinkommens über die Biologische Vielfalt (CBD).

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Die Mata Atlântica

Die Region der Mata Atlântica ist einer der "heissesten" Lebensräume der Erde - ein sogenannter „Hot Spot“ der Biodiversität. Ihr Artenreichtum ist spektakulär, insbesondere durch die große Zahl der dort vorkommenden endemischen Arten.  In dieser Region leben aber auch 70% der brasilianischen Bevölkerung in den Ballungsräumen São Paulo, Rio de Janeiro und Curitiba, was zu einem enormen anthropogenen Druck führt. Die „Hot Spots“ nehmen zwar nur 1% der Landfläche unseres Planeten ein, beherbergen aber bis zur Hälfte der gesamten Biodiversität.

Wie in vielen anderen Regionen mit schützenswerten Ökosystemen besteht auch in der südlichen Mata Atlântica ein Bedarf an belastungsfähigen wissenschaftlichen Daten zum Nachweis der Schutzbedürftigkeit der biologischen Vielfalt, die eng mit dem Erhalt der Dienstleistungen der Ökosysteme und damit dem Wohl der Gesellschaft und den ökonomischen Rahmenbedingungen verknüpft ist. Dies führt zu der Notwendigkeit, verschiedene Gesellschaftsgruppen und ihr Wissen zusammen zu führen, damit es so an die Nutzer der öffentlichen Hand, des privaten Sektors, der Nicht-Regierungs-Organisationen und andere weiter gegeben werden kann. Weiterhin besteht ein hoher Bedarf an Aus- und Fortbildung von Fachkräften, die an interdisziplinären Studien in Schutzgebieten, zum Wert der Ökosysteme (Ökosystemdienstleistungen), zur Veränderung unter dem Klimawandel und ähnlichen Fragen mitwirken können.

Hier will InBioVeritas tätig werden.

Mitglieder

Die Mitglieder von InBioVeritas verfügen über mehr als zwei Jahrzehnte an Erfahrung und Arbeit in der Mata Atlântica von Paraná und in anderen Regionen Lateinamerikas und Europas.

Gründungsmitglieder sind:

  • das Staatliche Museum für Naturkunde Karlsruhe (SMNK)
  • die Abteilungen Botanik, Zoologie und Böden und Agrarwirtschaft der Bundesuniversität von Paraná (UFPR), Curitiba
  • die Gesellschaft für Wildtierforschung und Umwelterziehung (SPVS), Curitiba

Beigetreten sind:

  • die Stiftung der Gruppe Boticário für Naturschutz, Curitiba
  • die ECT Ökotoxikologie GmbH in Flörsheim