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S
chütz
:
Vegetation des Rhein-Altwassers im Salmengrund
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den-Arten, die in der Vegetation oft nur selten
erscheinen, aber in der Diasporenbank stets in
größeren Mengen vertreten sind (P
oschlod
et al.
1999,
S
chütz
2008
a, b). Durch die hohe Produk-
tion dormanter, langlebiger, fast immer kleiner
Samen, die bei Mangel an Licht, Sauerstoff und/
oder fehlenden Schwankungen der Tag/Nacht-
Temperaturen nicht keimen, sind viele Sumpf-
pflanzen (z.B. Rorippa spp., Veronica spp., Carex
spp., Juncus spp., Lythrum salicaria, Ranuncu-
lus sceleratus) typische Hauptkomponenten von
Gewässer-Diasporenbanken (G
rime
et al. 1988,
S
chütz
2000).
A
bernethy
&
W
illby
(1999)
fan-
den eine Dominanz annueller Arten und amphi-
bischer, ruderaler, mehrjähriger Sumpfpflanzen
in ihren Untersuchungen. Sumpfpflanzen gene-
rell und die letztgenannte Gruppe im speziellen
sind im Salmengrund mit Rorippa amphibia und
Veronica catenata ebenfalls maßgeblich vertre-
ten, während die rein annuellen Arten zahlenmä-
ßig eine geringere Rolle spielen. Hierbei ist zu
beachten, dass Veronica catenata von A
bernethy
&
W
illby
(1999)
als Therophyt eingestuft wurde,
aber im Salmengrund als mehrjährige Art auftritt.
Einige der aus den Sedimentproben aufgelaufe-
nen Arten sind regelmäßig in Zwergbinsenfluren
(
Cypero-Limoselletum) zu finden. Neben den
Moosen Aphanorhegma patens und Physcomitri-
um eurystomum sind dies Eleocharis acicularis,
Alopecurus aequalis, Plantago uliginosa, Juncus
bufonius und Ranunculus sceleratus. Da aber
weitere typische Arten wie Cyperus fuscus und
Limosella aquatica fehlen und die im Salmen-
grund gefundenen Schlammboden-Therophyten
auch als Begleiter in anderen Gesellschaften
(
z.B. Bidentetea) vorkommen, ist die potentielle
Existenz von Zwergbinsenfluren für den Salmen-
grund nicht ausreichend zu belegen.
Der Anteil der Wasserpflanzen in Gewässer-
Diasporenbanken ist im allgemeinen erstaunlich
niedrig. Eine Ausnahme machen Characeen-
Bestände, deren Diasporenbank mit Werten
bis zu 1 Mill. Oosporen/m² gewaltige Ausmaße
erreichen kann (B
onis
&
G
rillas
2002).
Auch in
der Diasporenbank des Salmengrundes sind die
mit geringer Häufigkeit in der Vegetation vorkom-
menden Characeen überproportional vertreten
und bilden die Hauptkomponente in den submers
kultivierten Proben. Daß Tolypella prolifera nicht
aus den Sedimenten auflief, kann an einer zu ge-
ringen Diasporendichte im Sediment liegen, oder
daran, dass die (nicht bekannten) Keimungsbe-
dingungen bei der Kultivierung der Sedimente
nicht gewährleistet waren. Characeen durchlau-
fen, ähnlich vielen phanerogamen Sumpfpflan-
zen, einen saisonalen Dormanzzyklus, der eine
Keimung bei ungünstigen Umweltbedingungen
verhindert (S
ederias
&
C
olman
2007).
Zudem
ist nicht be­kannt, ob die mehreren hundert, von
S
chiel
&
H
unger
(2001)
beobachteten Tolypella-
Pflanzen fruchteten und damit die Diasporenbank
wieder auffüllten. Überraschend hoch war, wie im
Eggensteiner Altrhein (Schütz 2008b), auch der
Anteil von Potamogeton berchtoldii an der Dia-
sporenbank. Verantwortlich hierfür könnte nicht
nur eine hohe Samenzahl im Sediment sein, son-
dern auch die bisher nicht dokumentierte Fähig-
keit, aus kleinsten, ein 3-mm-Sieb passierenden
Rhizomstücken wieder auszutreiben.
Über Diasporenbanken der Oberrhein-Aue ist
kaum etwas bekannt. Die 2006 untersuchte Di-
asporenbank des Eggensteiner Altrheins bei
Karlsruhe unterscheidet sich erheblich von der
des Salmengrundes (S
chütz
2008
a, b, S
chütz
et
al. 2008, 2010). Sie war dominiert von Schilf und
Seggen, die beide in der Ufervegetation stark
vertreten waren, und hatte einen sehr geringen
Hydrophyten-Anteil. Sie enthielt aber auch Arten,
die in der Vegetation fehlten, z.B. Cyperus fuscus
und sogar Carex bohemica, die aus dieser Ge-
gend nicht bekannt war (S
chütz
2008
b, S
chütz
et
al. 2010). Standorte von Zwergbinsenrasen wur-
den von P
oschlod
et al. (1999) in der nördlichen
Oberrheinebene, im Kosperskern bei Rheins-
heim und im Kleinen Bodensee bei Karlsruhe,
untersucht. Beim Kleinen Bodensee vermerken
P
oschlod
et al. (1999), dass keimfähige Samen
vieler Sumpfpflanzen (Ranunculus sceleratus,
Rorippa amphi­bia, Persicaria spp.) noch in mehr
als 20 cm Sedimenttiefe anzutreffen waren. Sie
ver­muten ein Alter von über 100 Jahren für die
in den tieferen Sedimentschichten dieses Alt­
rheins befindlichen Diasporen. Das Auftreten der
regional ver­schollenen Art Carex bohemica im
Eggensteiner Altrhein, aber auch von Physco-
mitrium eurystomum oder Eleocharis acicularis
im Salmengrund und das vermutlich hohe Alter
lebensfähiger Samen im Kleinen Bodensee sind
ein Hinweis darauf, dass in den Sedimenten der
Rheinaue-Gewässer lebende Populationen vie-
ler Sumpf- und Wasserpflanzen konserviert sind.
Viele dieser meist kurzlebigen Arten überbrücken
in der Diasporenbank die Zeit bis zur nächsten
„
Störung“ (Exposition des Sediments), die eine
Reproduktion erlaubt. Es ist bezeichnend, dass
nicht nur Schlammboden-Arten, sondern auch
Characeen positiv auf das Trockenfallen von Ge-
wässern reagieren. V
an
G
eest
(2005)
wies nach,