Carolinea 77

182 Carolinea 77 (2019) Die Art fand in den letzten Jahren vermehrt Aufmerksamkeit im Rahmen der Analyse der Flechtenausstattung von historisch alten Wäl- dern. So wurde die Flechte in entsprechenden Beständen im Böhmerwald (sowohl im tsche- chischen als auch deutschen Anteil, P rintzen 1997, P rintzen et al. 2002 ) und im böhmischen Gratzener Bergland ( M alí č ek & P alice 2013) re- gistriert. Die Art wurde sowohl an alten Buchen (eigene Beobachtung) als auch an jüngeren Bäumen ( P rintzen 1997, „an der Rinde jüngerer Fichten“ zit. A rnold , Lich. exs. 277) gefunden – dies gilt auch für die anderen typischen Biatora - Begleiter, ja es scheint eine Bevorzugung jün- gerer Bäume mit glatter Rinde zu geben, was der Einordnung als Arten historisch alter Wälder nicht widerspricht. Mit der Art im Schwarzwald war zu rechnen, zumal auch vier alte Funde aus den Vogesen, u.a. vom Col de la Schlucht und von Gérardmer (unter dem Namen Lecidea turgidula f. pithyophila T h . F r . ) bekannt waren ( H armand 1898). In den Vogesen und im Böh- merwald sind Waldbestände, die seit langer Zeit unbewirtschaftet sind oder schonend be- Tabelle 1. Vergesellschaftung von Biatora ocelliformis , Aufnahmefläche 40-100 × 22 cm, Fagus , BHD 27 cm, Exp. SO, Deckung 95 %. Biatora ocelliformis 1 Biatora helvola 1 Biatora efflorescens 1 Phlyctis argena 2-3 Buellia griseovirens 2b Arthonia didyma 1 Graphis scripta 1 Pertusaria amara 1 Pertusaria coronata 1 Pseudosagedia aenea 1 cf. Ropalospora viridis 1 Melanelixia glabratula 1 Loxospora elatina + Frullania dilatata 1 Hypnum cupressiforme + Ulota bruchii + Abbildung 1. Die Krustenflechte Biatora ocelliformis vom Südschwarzwald. Ausschnitt-Breite ca. 6 mm. – Foto: V. W irth .

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