Carolinea 77
266 Carolinea 77 (2019) Zu einer wahren Flut von jungen Sepien ( Sepia officinalis ) führten die Gelege, die J ohann K irch hauser von den Stränden Italiens ins Vivarium brachte. Es schlüpften nicht weniger als 250 Jungtiere, die ohne große Ausfälle heranwuch- sen. Bald ergab sich daraus ein massives Platz- problem bei der Unterbringung. Obwohl ca. 100 Tiere an befreundete Schau-Aquarien und Insti- tute abgegeben werden konnten, wurden auf der Fahrt zur alljährlichen Vivariumsexkursion weite- re 120 Tiere wieder im Meer ausgesetzt, 30 Tiere verblieben im Vivarium. Unter den Zuchterfolgen war das besondere Highlight im Jahr 2018 die erfolgreiche Aufzucht von über 30 Jungtieren der Jansis-Seenadel ( Doryrhamphus janssi ). Über fünf Jahre dauer- ten schon die Bemühungen um diese Tiere, aber immer überlebten nur vereinzelte Jungtiere. End- lich konnte ein Durchbruch bei dieser Art erzielt werden, die in Deutschland noch nie nachgezo- gen wurde. Es ist ein erfreulicher Anschluss an die ebenfalls außergewöhnlichen Zuchterfolge des Vivariums mit der Sulu-Seenadel ( Dunckero campus pessuliferus ). Auch in herpetologischer Sicht gab es Anlass zur Freude, da nach jahrelanger Pause endlich wieder junge Spitzkopfnattern ( Gonyosoma oxy cephalum ) imVivarium das Licht der Welt erblick- ten. Im Übrigen hielt uns das große Haibecken auf Trab, in dem Deutschlands größtes lebendes Korallenriff enorme Wachstumsraten aufwies. So musste ab Februar 2018 das Tauchschema von zwei auf drei Tauchgänge pro Woche erhöht werden, weil die Korallenpflege einen immer grö- ßeren Aufwand erforderte. Einerseits mussten bereits viele Korallen zurückgeschnitten werden, bevor sie sich gegenseitig vernesselten, ande- rerseits ergaben sich unerwartete Probleme mit Pantopoden (Asselspinnen), die an Acropora- Korallen parasitierten, und mit Schmieralgen, die an einigen Stellen Korallen bedrängten und abtöteten. Das Pantopoden-Problem konnte zum Glück mit der tierischen Hilfe von gut 100 Kanarien-Lippfischen ( Halichoeres chrysus ) be- wältigt werden. Die Bekämpfung der Schmieral- gen gestaltet sich nach wie vor schwierig und er- fordert viel Arbeitsaufwand. Insgesamt gesehen Abbildung 24. Junge Fadenmakrelen ( Alectis ciliaris ) ahmen mit ihren langen Flossenstrahlen giftige Quallen nach.
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