Carolinea 77
278 Carolinea 77 (2019) griffen werden. Insgesamt wurden 35.736 Daten- sätze neu erfasst. Es wurden 9 Leihvorgänge mit 1.186 Belegen bearbeitet. In der geowissenschaftlichen Präparation lag der Schwerpunkt der Arbeiten vor allem auf dem Ausstellungsbau. Nach dem Abschluss der gro- ßen Sonderausstellung „Amerika nach dem Eis“ Ende Januar musste zügig abgebaut werden, da unmittelbar im Anschluss der Aufbau der Großen Landesausstellung „Flusspferde am Oberrhein – wie war die Eiszeit wirklich?“ begann, die am 21.6. eröffnet wurde. Da für diese Ausstellung großflächige naturgetreue Lebensräume gestal- tet werden sollten, waren langwierige Vorarbei- ten nötig. Dazu gehörte die Beschaffung von Materialien ebenso wie umfangreiche Testreihen z.B. mit Epoxidharzen zur Herstellung von künst- lichen Wasserflächen, mit Naturmaterialien zur Gestaltung von Bodenflächen (Tundraboden, Flussschotter, Waldboden usw.) oder Schnee ( C. B irnbaum , T. N iggemeyer , E. P eter ). Zahlreiche Modelle mussten gebaut werden, z.B. Windkan- ter, ein Lemminggang unter einer Schneedecke, ein Biberdamm ( E. P eter , R ike Z immermann ) und eine Höhle für Winterschlaf haltende Murmeltie- re ( C. B irnbaum , M. F alkenberg , T. N iggemeyer ). Außerdem wurden verschiedene künstliche und echte Pflanzen ( C. B irnbaum , T. N iggemeyer , E. P eter , B. S täblein ) an pleistozäne Pflanzen angepasst und so konserviert, dass sie über die Dauer der Ausstellung erhalten bleiben. Weitere Objekte mussten für die Ausstellung überarbeitet bzw. konserviert werden. Dazu gehörten großflä- chige Lackprofile ebenso wie ein Schädelfrag- ment eines Auerochsen und weitere Fossilien ( C. B irnbaum , T. N iggemeyer , E. P eter , R ike Z im mermann ). Ein Geweih des Riesenhirsches Me galocerus wurde aufwendig restauriert ( C. B irn baum , T. N iggemeyer , B. S täblein ) und der Abguss des Schädels eines rezenten Flusspferdes so koloriert und mit Merkmalen einer Fossilisation versehen, dass er am Ende wie ein authenti- sches Fossil wirkte ( B. S täblein ). Der eigentliche Aufbau der Dioramen mit einer Gesamtfläche von 81 m 2 erfolgte in der sehr kurzen Zeit von ca. 3 Wochen. Daneben lief der alltägliche Betrieb weiter. Für ein Experiment beim Aktionstag wurde ein Glet- schermodell aus Eis vorbereitet und aufgebaut ( C. B irnbaum , T. N iggemeyer ). Fossilien aus dem Höwenegg und ein Pterosaurier aus der Crato- Formation, Brasilien, wurden mechanisch präpa- riert ( T. N iggemeyer , E. P eter ). Zahlreiche Objek- te wurden koloriert, dazu gehörten der Abguss eines Unterkiefers von Panthera pardus , diverse Eiszeitkunst, ein Abguss des Adlerrochens Weis sobatis micklichi sowie ein 2 m 2 großer Abguss einer Fährte des Riesentausendfüßers Arthro pleura , der für die Dauerausstellung im Erdge- schichtesaal vorgesehen ist ( B. S täblein ). Die Ar- beiten am Modell von Arthropleura selbst wurden fortgesetzt ( C. B irnbaum ). Mehrere Sammlungen wurden übernommen und Kurierfahrten nach Herne und Frankfurt im Zusammenhang mit Leihvorgängen durchgeführt ( C. B irnbaum , T. N ig gemeyer , E. P eter , D. S chreiber ). 6.2 Abteilung Biowissenschaften 6.2.1 Referat Botanik Gefäßpflanzen-Sammlung ( M. A hrens , S. L ang ): Wie in den vergangenen Jahren wurden im Her- barium umfangreiche technische Arbeiten durch- geführt. Es wurden zahlreiche Herbarbelege aus der Sammlung A. G rossmann aufgezogen. Die seit mehreren Jahren laufende Aufarbeitung des wert- vollen Grossmann-Herbars konnte im Berichts- jahr vorläufig abgeschlossen werden; alle Belege, etwa 10.000 mustergültig präparierte Herbarbele- ge aus verschiedenen Teilen Europas, 2.490 Ar- ten umfassend, wurden sortiert und geordnet zur weiteren Bearbeitung in Kisten verpackt (S. D an nenmaier , C. F leissner , M. M ayer , L. S chmidt ). Au- ßerdem wurde eine über 400 Belege umfassende Sammlung von W. S chütz aufgezogen (S. D annen maier ). Größere Teile der Gefäßpflanzen-Samm- lung wurden als Maßnahme gegen Schädlinge behandelt (Einfrieren im Tiefkühler, Wärmebe- handlung in Trockenschränken, Einschweißen in Kunststoff-Folie) und in die Schränke zurücksor- tiert. Zuvor wurden die Schränke gründlich mit einem Sicherheits-Staubsauger, der belastete Stäube ohne Aufwirbelung aufnehmen kann, aus- gesaugt (S. D annenmaier ). Der Boden des Herbars wurde mehrfach intensiv gereinigt. Außerdem wurde damit begonnen, Belege, die in der Ver- gangenheit weitgehend unsortiert in Kisten abge- legt wurden, zu sortieren und sukzessive in die Sammlung zu integrieren (M. A hrens , S. D annen maier , A. M ayer ). Im Rahmen des Projekts „Flora von Karlsruhe – Herbarauswertung“ wurden Bele- ge aus der Carex flava -Gruppe (A. K leinsteuber ) und der Gattung Epilobium (A. K leinsteuber und D. V ogt , Botanische Arbeitsgemeinschaft Süd- westdeutschland) revidiert.
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