Carolinea 77

S taatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe 279 Im Zuge der Bearbeitung einer externen Anfra- ge wurden bei einer zeitaufwendigen Nachsuche im Herbar zahlreiche Belege einer aus dem 19. Jahrhundert stammenden, damals zum Verkauf angebotenen texanischen Sammlung (Vinzent‘s Texanische Pflanzen) gefunden (M. A hrens ). Es wurde drei Leihvorgänge mit 135 Belegen be- arbeitet. Moos-Sammlung (M. A hrens , S. L ang ): Das Moosherbar wurde durch die Schenkung der Sammlung von W. S chütz (Emmendingen) we- sentlich erweitert. Sie enthält eine größere An- zahl von Moosproben, die an Fließgewässern (überwiegend in Baden-Württemberg) gesam- melt wurden und ist damit eine hervorragende Ergänzung unserer Moos-Sammlung, weil die- se taxonomisch schwierige Gruppe ein Interes- sensschwerpunkt des früheren Kurators G. P hi ­ lippi war. Ein Teil dieser Spezialsammlung wurde bereits bearbeitet und in das Moosherbar inte­ griert (Nachbestimmung, Überführung in Kap- seln, Etikettierung; M. A hrens ). Die Aufarbeitung der Moosproben aus dem umfangreichen Nach- lass von G. P hilippi wurde weitergeführt. Dabei wurden zahlreiche, bisher unbearbeitete Belege, insbesondere aus dem Alpenraum, bestimmt, etikettiert und in die Sammlung eingeordnet (M. A hrens ). Eine dem Museum überlassene Moossammlung von W. P lieninger mit Belegen aus Baden-Württemberg wurde von M. A hrens in das Moosherbar integriert (Bestimmung, Über- führung in Kapseln, Etikettierung). Er hat außer- dem Proben aus Blockhalden im Nordschwarz- wald und von A. H ölzer in der Vergangenheit gesammelte Belege bearbeitet und in das Her- bar eingegliedert. Eine Moosliteratur umfas- sende Sonderdruck-Sammlung von G. B uchloh wurde von M. A hrens sortiert und neu aufgestellt. Wegen der umfangreichen Planungen und Vor- arbeiten zur Auslagerung der Kryptogamenher- barien aufgrund der laufenden Dachsanierung mussten die Sammlungsarbeiten jedoch etwas in den Hintergrund treten. Insgesamt wurden 334 Datensätze neu erfasst, häufig verbunden mit ei- ner nachträglichen Georeferenzierung der Fund- daten (A. M ayer ). A. M ayer hat außerdem zahlrei- che ältere Datensätze überarbeitet und ergänzt. Flechten-Sammlung ( M. A hrens , S. L ang ): M. A hrens hat eine größere Anzahl von Be- legen, die verschiedene Lichenologen in der Vergangenheit gesammelt haben, in das Flech- tenherbar einsortiert. Auch Flechtenproben aus Blockhalden im Nordschwarzwald wurden be- stimmt, in Kapseln überführt, etikettiert und in die Sammlung integriert. Der Aufbau einer Ver- gleichssammlung der Gattung Cladonia wurde fortgesetzt. Dazu wurden auch zahlreiche Bele- ge, die H. S and stede , ein Spezialist der Gattung, bestimmt oder revidiert hat, aus der alten, bisher weitgehend unbearbeiteten Flechten-Sammlung herausgesucht (M. A hrens ). Sie stammen vor al- lem von A. K neucker , der ab 1905 als Kurator im Haus tätig war, und enthalten auch Typusmateri- al. Arbeiten an der Sammlung waren jedoch we- gen der Vorarbeiten zur Auslagerung der Kryp- togamenherbarien aufgrund der Dachsanierung nur eingeschränkt möglich. Es wurde ein Leih- vorgang mit einem Beleg bearbeitet. Pilz-Sammlung (M. S choller ): Die Sammlung wurde um 1.161 Belege erweitert, darunter 28 Typen. Die Gesamtzahl beträgt nun 74.121. Ein Großteil der Belege sind Rostpilze, die im Rahmen des Barcoding-Projektes GBOL II (Ge- hölzrostpilze) bzw. von externen Kollegen (z.B. Universität Bochum) zugeschickt wurden. Mor- phologisch (lichtmikroskopisch, rasterelektro- nenmikroskopisch) wurden von R. B uchheit und M. S choller Belege der Rostpilzgattung Milesina und verwandter Gattungen untersucht und für die molekulare Analyse präpariert. Diese wurden dem Kollegen im GBOL-Projekt, Dr. B en B ubner (Thünen-Institut, Waldsieversdorf), für Sequenz- analysen geschickt. R. B uchheit verbrachte ins- gesamt zwei Wochen am Thünen-Institut, um bei der molekularen Auswertung mitzuhelfen und die Methoden der DNA-Extraktion und der PCR von Herbarmaterial zu erlernen. Es wurden umfang- reiche technische und präparatorische Arbeiten im Herbarium durchgeführt. So wurden 10 neue Schränke für Großpilze gekauft und Belege umgeordnet und viele noch nicht eingeordnete Belege in Kisten (Großpilze) und Mappen (Klein- pilze) verstaut (R. B uchheit , A. S chnakenberg , M. S choller , M. W ieners ). Ferner wurde die Si- cherung der Großpilz-Kollektionen (stabilere Plastiktüten und Einlagen, Zugabe von Silikagel) fortgesetzt (B. F ischer ). Im Rahmen eines durch die Kulturstiftung der Länder finanzierten Res- taurierungsprojekts der meist um 150 Jahre alten Pilzsammlungen des ehemaligen Greifswalder Universitätsherbariums entzifferte K. D ürrler Handschriften, B. F ischer faltete Kapseln für Kleinpilze, S. K auderer und A. H assberger reinig- ten und präparierten die Belege, K. K löckner er- ledigte die Datenbankeingaben und M. S choller

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