Carolinea 78
174 Carolinea 78 (2020) 2.1 Untersuchungsmethoden Seit 2016 hat der Verfasser bei regelmäßigen Besuchen der verschiedenen Teilgebiete alle floristischen und faunistischen Beobachtungen notiert (siehe Tabelle 1). Vögel wurden mit dem Fernglas und nach Reviergesang bzw. Ruf be- stimmt. Wildbienen und viele andere Insekten wurden beim Blütenbesuch fotografiert, in eini- gen Fällen wurden auch Individuen zur späteren Bestimmung gefangen. Grabwespen wurden meist an ihren Nisthöhlen beobachtet und foto- grafisch dokumentiert. Alle Beobachtungen sind auf der Meldeplattform www.naturgucker.de in eigens dafür definierten Gebieten dokumentiert (im Suchfeld „Gebiete“ können sie leicht mit den Stichworten Saupferchbuckel und Franzosen- busch gefunden werden, dort sind auch weitere Fotos hochgeladen). Im Gebiet Franzosenbusch wurden auch Beobachtungen von N orbert B uli - an aus Sandhausen mit aufgenommen, der den Verfasser u. a. auf die Gottesanbeterin aufmerk- sam machte. Im Franzosenbusch führte der Verfasser am 20. und 26. Juli 2020 außerdem Lichtfänge von Nachtfaltern durch. Ein einfacher Schaumtest mit verdünnter Salz- säure, den der Verfasser am 25.7.2020 in allen Teilgebieten an je mindestens zehn zufällig ge- wählten Punkten durchführte, bestätigte, dass nur im Gebiet Saupferchbuckel 1 an vielen Stel- len kalkreicher Sand offenliegt; der Saupferchbu- ckel 2 ist praktisch kalkfrei, und am Franzosen- busch sind anscheinend durch das Abschieben des Oberbodens mit dem Bagger an wenigen Stellen kalkhaltige Sande an die Oberfläche ge- langt. Alle Beobachtungen sind in Tabelle 2 zusam- mengefasst. 3 Ergebnisse mit Kommentaren zu einzelnen Funden 3.1 Flora Es verwundert nicht, dass das Teilgebiet Sau pferchbuckel 1 die reichhaltigere Flora aufweist. Nahezu alle in Sandhausen vorkommenden Blütenpflanzen sind auch hier vertreten, mit folgenden Ausnahmen: Sand-Strohblume ( He- lichrysum arenarium ), Graue Skabiose ( Scabi- osa canescens ), Gewöhnliches Nadelröschen ( Fumana procumbens ) und Ovalblättriges Son- nenröschen ( Helianthemum ovatum ). Dafür kom- men einige Pflanzen vor, die in den Sandhau- sener Naturschutzgebieten nicht bzw. nicht mehr vertreten sind, so Berg-Sandglöckchen ( Jasione montana ) und Acker-Filzkraut ( Filago arvensis ). Ästige Graslilie ( Anthericum ramosum ) und Wir- beldost ( Clinopodium vulgare ) sind im Hochsom- mer am Saupferchbuckel stark vertreten, obwohl sie auf den Sandhausener Naturschutzgebieten (NSG) eher selten sind ( A . ramosum in weni- gen Exemplaren auf der Pflege Schönau, nach Kenntnis des Verfassers aber auf der Spender- fläche Pferdstrieb nicht vorkommend, C . vulga- re sehr selten auf dem Pferdstrieb Nord, häufig an einer Stelle im NSG Zugmantel Bandholz). Sand-Spezialisten wie die Silberscharte (Abb. 5) oder das Dünen-Steinkraut breiten sich über die ursprünglichen Ansalbungsorte hinaus aus. Die Wiederbesiedlung des Saupferchbuckels kann als voller Erfolg angesehen werden, was auch für das Entwicklungs-Naturschutzgebiet „Brühlwegdüne“ von Bedeutung sein dürfte. Berg-Sandglöckchen, Wirbeldost und auch die Ästige Graslilie kommen in der Hardt an einigen Stellen natürlicherweise vor, was dafür spricht, dass es Potenzial für eine natürliche Wieder- besiedlung von offenen Sandflächen gibt. Das größte dem Verfasser bekannte Vorkommen des Berg-Sandglöckchens mit mehreren 1000 Pflan- zen befand sich bis 2014 auf einer Brachfläche angrenzend an den Golfplatz „Golfclub Rheintal“ in der Schwetzinger Hardt. Diese Fläche ist in- zwischen leider der Erweiterung des Golfplatzes zum Opfer gefallen. Auf der Teilfläche 2 des Saupferchbuckels gibt es größere Bestände des Acker-Filzkrauts ( Filago arvensis ), das sich ansonsten in der Hardt nur sporadisch zeigt. (Fortsetzung auf Seite 185). Tabelle 1. Anzahl der monatlichen Begehungen der Gebiete zwischen März und September in den Jahren 2016- 2020 (Franzosenbusch 2012-2020). Monat März April Mai Juni Juli August September SB 1 5 6 1 7 6 10 3 SB 2 2 3 0 6 3 4 2 FB 1 1 3 14 13 10 7
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