Carolinea 78

186 Carolinea 78 (2020) Am Franzosenbusch war der Verlauf etwas lang- samer, so konnte 2017 nur die Sandknotenwespe Cerceris arenaria beim Blütenbesuch angetrof- fen werden, daneben Faltenwespen und Hum- meln. Ab 2018 kommen wenige Beobachtungen von Sphex funerarius und Dinetus pictus hinzu. 2019 konnte Anthidium manicatum auf Stachys recta notiert werden, ferner wurde der ebenfalls in Ausbreitung begriffene Stahlblaue Grillenjäger ( Isodontia mexicana ) ( B urton et al. 2019, B urton & W eiser 2019) am 24.7.2019 hier außerhalb des Siedlungsbereiches beim Blütenbesuch an Thymianseide beobachtet, am 2.8.2020 auch auf dem Saupferchbuckel 1 auf Berg-Haarstrang. Auf dem Franzosenbusch stellte sich 2020 eine bemerkenswerte Änderung ein. Bereits im Juni erschien der Dünenbuckel wie ein Schweizer Käse, mit hunderten von Nisthöhlen verschie- dener Grabwespen und mindestens einer klei- nen Andrena -Art. Bembix rostrata (Abb 7, 8) stellte dabei die größte Population. Daneben nisteten hier der Bienenwolf ( Philanthus trian- gulum , Abb. 9), eine oder mehrere Knotenwes- penarten, die Heuschrecken-Sandwespe ( Sphex funerarius ), die seit etwa 2012 in Sandhausen und Umgebung wieder Fuß gefasst hat ( W eiser 2020a, W eiser 2020b), die Silberspießwespe ( Oxybelus argentatus ), die Sichelwanzen-Grab- wespe ( Dinetus pictus ) und die Rote Wegwes- pen-Grabwespe ( Tachysphex pompiliformis ). Sphex funerarius konnte am 5.8.2020 in diesem Areal auch mit einem ihrer Beutetiere, der Süd- lichen Eichenschrecke ( Meconema meridionale ), fotografiert werden. Am 25.7.2020 sichtete der Verfasser erstmals außerhalb eines Naturschutzgebietes die Sand- Steppenbiene ( Nomioides minutissimus ): Am Franzosenbusch flogen mindestens 40 Exem- plare ( ) und ( ) den Aufrechten Ziest (S. recta ) an (Abb. 10), an der Thymianseide ( Cuscuta epithy- mum ) wurde mindestens ein Männchen bemerkt. Am gleichen Tag konnte N . minutissimus auf dem Saupferchbuckel 1 beim Besuch von J . cyanoides und J . montana sowie auf dem Saupferchbuckel 2 beim Besuch von J . montana beobachtet wer- den. Die Sand-Steppenbiene kann möglicherwei- se auch dann neue geeignete Habitate besiedeln, wenn das Blütenangebot eher gering ist – der win- zigen Biene reichen anscheinend wenige Pflan- zen zur Versorgung mit Nektar oder Pollen. Wie schon B urger (2015) beobachtet hat, ist N. inutis- siumus keineswegs auf Sand-Thymian ( Thymus serpyllum ) spezialisiert, sondern sammelt auf vielen Pflanzen Pollen und Nektar, so nach Be- obachtungen des Verfassers in Sandhausen und Umgebung auf: Jurinea cyanoides , Centaurea stoebe , Scabiosa canescens , Helichrysum arena- rium , Stachys recta , Cuscuta epithymum . 2020 konnten auf dem Saupferchbuckel 1 auch weitere interessante Wildbienen beim Besuch auf Jurinea cyanoides fotografiert werden: Ha- lictus sexcinctus (31.7.2020), Anthidium nanum (31.7.2020), Megachile centuncularis (5.8.2020) und Coelioxyxs elongata / inermis ( ) , 5.8.2020). Als zu erwartende Parasitoide flogen Goldwes- pen der Gattung Hedychrum , die auf dem Bie- Abbildung 5. Sand-Silberscharte ( Jurinea cyanoides ) auf dem Teilgebiet 1 des Saupferchbuckels, 25.7.2020. Abbildung 6. Ammophila sabulosa mit erbeuteter Rau- pe. Die Nisthöhle befand sich im Eingangsbereich eines mutmaßlichen Kaninchenbaus. Die Grabwespe greift ihre Beute mit den Mandibeln hinter dem Kopf, und muss sie nahezu senkrecht die Sandwand hi- naufschleppen – die Beute ist zu schwer, um sie län- gere Zeit fliegend zu transportieren. Aufnahme am 21.6.2020, Saupferchbuckel 1.

RkJQdWJsaXNoZXIy MjI1Mjc=