Carolinea 78

W eiser : Projekt Lebensader Oberrhein in der Schwetzinger Hardt 189 den ist dieser Fund plausibel, ebenso wie der Nachweis von Stenagostus rufus durch den Ver- fasser 2020 (Abb. 16). Dieser große Schnellkäfer wird typischerweise am Licht gefunden ( K ofler 1997). Daneben sind regelmäßige Funde des Marien-Prachtkäfers ( Chalcophora mariana ) am Saupferchbuckel erwähnenswert, wo geschä- digte Kiefern teilweise am Rand der Fläche ste- hen bzw. standen. Auch um die ehemalige Kahl- schlagfläche (Franzosenbusch) herum sind die abgestorbenen Bäume sehr präsent, sie dienen im Sommer Neuntötern und Grauschnäppern als Ansitzwarten. B ulian wies 2019 auf dem Franzosenbusch auch den Ölkäfer Stenoria analis ( L ückmann 2009, L ückmann 2017) nach (Abb. 17, 18). Stenoria ana- lis ist seit 2015 in der Schwetzinger Hardt und auf allen Naturschutzgebieten um Sandhausen präsent ( W eiser 2016); der Ölkäfer parasitiert auf der hier ebenfalls sehr verbreiteten Efeu-Sei- denbiene Colletes hederae ( S chmidt & W estrich 1993). Stenoria analis wurde am 5.8.2020 auf dem Franzosenbusch vom Verfasser wieder be- obachtet. Feld-Sandlaufkäfer ( Cicindela campestris ) und insbesondere Dünen-Sandlaufkäfer ( Cicindela hybrida ) kommen in allen drei Teilgebieten regel- mäßig vor. 3.6 Lepidoptera Die Schmetterlingsfauna umfasst nur weni- ge Tagfalterarten. Der Brombeer-Zipfelfalter ( Calophrys rubi ) wurde vom Verfasser in der Schwetzinger Hardt bisher nur sehr selten beo- bachtet. Sonst überwiegen die tagaktiven Nacht- falter sowie Nachtfalter, die am Licht beobachtet wurden (Franzosenbusch). Hier sind wegen der Nähe zum Bannwald mit seinen Beständen an älteren Eichen und Buchen die vorkommenden Arten wie Schwammspinner ( Lymantria dispar ), Silberfleck-Zahnspinner ( Spatalia argentina ) oder Buchen-Glattrandspinner ( Drymonia obli- terata ) nicht überraschend. Der wärmeliebende Silberfleck-Zahnspinner ist nach Beobachtungen des Verfassers auch in den Sandhausener NSGs recht häufig. Der Ginster-Grünspanner steht in Baden-Württemberg auf der Vorwarnliste. Neben den in Kiefernforsten zu erwartenden Ar- ten Dendrolimus pini und Sphinx pinastri ist der Fund von Odonestis pruni (Abb. 19) bemerkens- wert. Viele der nachgewiesenen Arten sind aus den Sandhausener Schutzgebieten, insbeson- dere von der Pflege Schönau, bekannt ( B astian 1994). Am Licht erschienen übrigens nicht nur Stena- gostus rufus und andere Käfer, sondern auch die Sand-Steppenbiene, die Sand-Knotenwespe und Schlupfwespen. Systematische Lichtfänge in allen Teilgebieten über einen längeren Zeitraum könnten weiteren Aufschluss geben über die Besiedlung der Flä- chen mit typischen Sandrasenarten. 3.7 Heteroptera Unter den Wanzen gibt es viele wärmeliebende Arten, die zum Teil aufgrund ihrer Nahrungs- pflanzen in den Untersuchungsgebieten zu erwarten sind, so z. B. Graphosoma lineatum , Lygaeus equestris und Tropidothorax leuco- pterus . Bemerkenswert ist der Fund der Wan- ze Brachycoleus pilicornis (21.6.2020, Sau- pferchbuckel 1), die der Verfasser bislang in Sandhausen, in der Schwetzinger Hardt und in hessischen Sandrasengebieten jeweils an Step- pen-Wolfsmilch gefunden hat. Als Spezialist für Silbergrasfluren konnte Xanthochilus quadra- tus (25.7.2020) im Sau-pferchbuckel 1 und auf dem Franzosenbusch (25., 27. und 31.7.2020) nachgewiesen werden. Diese Wanze ist interes- santerweise in der Monographie über die Sand- hausener Schutzgebiete von V oigt (1994) nicht erwähnt worden. Am 5.8.2020 wurden schließ- lich zwei Imagines und eine Nymphe der Glatten Wolfsmilchwanze ( Dicranocephalus albipes ) auf dem Saupferchbuckel 1 auf Steppen-Wolfsmilch gefunden, am 6.8.2020 auch ein Exemplar der Großen Wolfsmilchwanze ( Dicranocephalus agilis ). Diese seltenen und wärmeliebenden me- diterranen Wanzen kommen auch in den Sand- hausener NSGs vor. 3.8 Aves Bereits 2012 konnte der Verfasser im Kahlschlag Franzosenbusch nächtlich singende Ziegenmel- ker ( Caprimulgus europaeus ) nachweisen.Wahr- scheinlich handelte es sich um ein Brutpaar aus dem Bereich des Hockenheimrings, das im glei- chen Jahr dort durch Wildschweine seine Brut verloren hatte ( T homas F ichtner , pers. Mitt.). Seit dieser Zeit sind dort auch regelmäßig der Neun- töter und der Grauschnäpper ( Muscicapa striata ) als Brutvögel zu finden. Im Bereich Saupferchbuckel konnte der Gar- tenrotschwanz ( Phoenicurus phoenicurus ) mindestens einmal sicher beobachtet werden. Arten wie Heidelerche oder Wendehals konn- ten bisher vom Verfasser nicht nachgewiesen werden.

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