Carolinea 78
S chulz : Analyse der Heuschreckenfauna in Altgrasstreifen 201 hören, suchen AGS auf. Nach van de P oel & Z ehm (2014) ist eine faunaschonende Grünlandpflege gegeben, wenn mehrere Aspekte beachtet wer- den. Wie oben beschrieben, sind bevorzugt schneidende Werkzeuge einzusetzen, da sie die Wiesenfauna weniger schädigen ( van de P oel & Z ehm 2014). Durch eine Schnitthöhe von 8-12 cm kann die Sterblichkeit von Insekten einerseits verringert werden ( van de P oel & Z ehm 2014) , an- dererseits steigert dies auch nachhaltig den Er- trag ( S amure et al . 2007 in van de P oel & Z ehm 2014 ). Ob eine einheitliche Schnitthöhe in einem Naturschutzgebiet umgesetzt wird, sollte von den Lebensraumansprüchen vorkommener Arten ab- hängig gemacht werden. Da mobile Tiere vor den Mähwerken flüchten können, sind die streifenför- mige Mahd und die Kreis-Mahd zu empfehlen, die die notwendigen Fluchtmöglichkeiten zulassen. Damit AGS für die Wiesenfauna erreichbar sind, sollen etwa 12 % der Offenlandfläche von der Mahd oder Beweidung ausgespart und ein Jahr nicht genutzt werden. Um eine Floraverschie- bung zu verhindern, sollte ein AGS nicht häufiger als alle 4-5 Jahre an derselben Stelle von der Nutzung ausgespart werden ( van de P oel & Z ehm 2014). Brachen und von der Nutzung ausgelas- sene Bereiche sind für Heuschrecken ebenfalls notwendig, wenn beweidet wird ( F artmann & M attes 1997, Z ahn 2014). Um die Strukturvielfalt und somit die Biodiversität in einer Landschaft zu fördern und zu erhalten, ist eine zeitliche und räumliche Heterogenität in der Nutzung generell anzustreben. 5 Fazit und Ausblick Diese Studie konnte einen positiven Effekt von AGS auf die Heuschreckenfauna der unter- suchten Gebiete dokumentieren: So deutet die Zunahme der Individuenzahl nach dem Pflege eingriff im AGS auf ihre Funktion als Refugial- zone hin. Auch zeigt die höhere Artendichte der AGS, dass diese die Artenvielfalt fördern. Dabei sind Ensifera-Arten z. T. ausschlaggebend für den Unterschied der höheren Artendichten von AGS zu den Vergleichsflächen. Die AGS berei- chern somit nachweislich die Landschaft bezüg- lich Struktur- und (Heuschrecken-)Artenvielfalt und sollten daher in Offenlandpflegekonzepte integriert werden. Eine faunaschonende Pflege ist möglich und kann durch ein AGS-Konzept unterstützt werden: Ein über ein Jahr von der Nutzung ausgenom- mener Lebensraum bietet diverse Angebote für Winterquartiere ( M ühlenberg 1993) sowie die un- Tabelle 3. Arten (Caelifera und Ensifera) je Unter- suchungsgebiet (UG), aufgeteilt in AGS und 0-Fläche. UG AGS O-Fläche Caelifera Ensifera Caelifera Ensifera NSG Burgau 6 1 7 1 Heidesee 5 0 3 0 NSG Enztal zwischen Niefern & Mühlacker 7 5 6 3 NSG beim Steiner Mittelberg 7 6 8 4 NSG Ersinger Springenhalde 5 7 7 4 Abbildung 5. Ruspolia nitidula – Große Schiefkopf- schrecke wurde im Enzkreis (NSG Ersinger Springen- halde) erstmals gefunden. – Foto: A lina S chulz .
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