Carolinea 78

Naturwissenschaftlicher Verein 219 Deutschlands als ausgerottet. Durch intensive Schutzmaßnahmen von Restpopulationen und ausgewilderten Uhus aus Nachzuchten konnte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine Wiederbesiedelung kleiner Gebiete in unserem Land erreicht werden. Inzwischen haben die Uhus viele Regionen unseres Landes wieder be- siedelt und sie sind in den letzten Jahren auch im Neckartal heimisch geworden. Dort haben sie vor allem die Muschelkalkfelsen an Steilufern des Neckars besiedelt. Die Ludwigsburger Ornithologen I ngrid K önig und Prof. Dr. C laus K önig , die schon an den Wiedereinbürgerungsversuchen in der zwei- ten Hälfte des 20. Jahrhunderts beteiligt waren, beschlossen deshalb, eine Filmdokumentation über den Uhu im Neckartal bei Ludwigsburg zu erstellen. In dieser befassen sie sich vor allem mit einem Brutvorkommen auf der Ludwigsbur- ger Gemarkung. Dieses haben die Autoren von dessen erster Ansiedelung im Herbst 2014 bis in den Spätsommer 2017 im Rahmen einer wis- senschaftlichen Studie dokumentiert. Der Film befasst sich in erster Linie mit Ökologie und Ver- halten des Uhus in den von Weinbergen umge- benen Neckarfelsen während drei erfolgreicher Brutperioden. Er bietet vor allem Einblicke in das heimliche Leben des „Königs der Nacht“. Dabei zeigt er auch einmalige Aufnahmen aus dem Fortpflanzungsverhalten sowie von der Auf- zucht der Jungen. Besonders bemerkenswert ist, dass bei der Brut von 2015 das Männchen durch einen Unfall im Weinberg ums Leben kam und das Weibchen dennoch in der Lage war, die drei Junguhus erfolgreich aufzuziehen. Nachdem sich der weibliche Uhu neu verpaart hatte, wur- den 2016 drei und 2017 vier Junge groß. So hof- fen wir gemeinsam mit den Referenten, dass uns der eindrucksvolle „König der Nacht“ im Neckar- tal erhalten bleibt und die dumpfen „búoh“-Rufe des Uhumännchens dort weiterhin durch die Herbst- und Vorfrühlingsnächte schallen! 26. November 2019 Brennendes Meereis: Methanhydrate – Klimakiller oder Zukunftsenergie? Vortrag von Prof. Dr. G erhard B ohrmann (MA- RUM – Zentrum für marine Umweltwissen- schaften, Bremen) im Rahmenprogramm zur Großen Sonderausstellung „Planet 3.0 – Klima. Leben. Zukunft“ Methanhydrat ist eine festem Eis ähnliche Ver- bindung aus Methan und Wasser und kommt weltweit am Grund der Ozeane sowie in den Per- mafrostgebieten Russlands und Kanadas vor. Methanhydrate werden einerseits als mögliche Energiereserve der Zukunft gehandelt, anderer- seits ist das so gespeicherte Methan auch ein gefürchtetes Treibhausgas, welches bei Freiset- zung das Klima stark beeinflussen kann. Noch wird kein Methanhydrat zur Energiegewinnung abgebaut, aber einige Länder experimentieren bereits damit. Bevor der Abbau beginnt, gibt es noch viel Unbekanntes zu den Methanhydraten zu erforschen. 3. Dezember 2019 Marine Kleinpilze – die großen Unbekannten Vortrag von Prof. Dr. M arco T hines (Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum, Frankfurt am Main) In Flüssen und Meeren wimmelt es nicht nur von Fischen und anderen Tieren, auch Pilze und pilz­ ähnliche Organismen spielen in diesen Ökosys­ temen eine große Rolle. Dies sind aber keine Abbildung 11. Der Uhu ( Bubo bubo ), die größte Eulen- art Europas, war durch den Menschen fast ausgerottet. Erst Schutzmaßnahmen und Nachzuchten konnten die Art bei uns retten. In den letzten Jahren ist er auch im Neckartal wieder heimisch geworden. – Foto: C laus und I ngrid K önig .

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