Carolinea 78

S taatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe 245 gazinen zugänglich zu machen, wurde zu Beginn des Jahres eine neue Vitrine mit dem Titel „Ans Licht gebracht“ installiert. Darin werden im vier- teljährlichen Turnus ausgewählte Objekte aus den Sammlungen des SMNK präsentiert, die sonst verborgen sind und nur gelegentlich zu Forschungs-, Lehr- oder Ausstellungszwecken entliehen werden. Anhand von Kurztexten und Fotos erfahren die Besucherinnen und Besucher, woher die Objekte stammen, was sie kennzeich- net und welche Bedeutung sie für unsere Samm- lungen haben. Ein QR-Code an der Vitrine führt auf die Website des SMNK mit weitergehenden Informationen zum ausgestellten Objekt. Ausgestellt wurden im Jahr 2019 eine große Gipsstufe aus Mexiko (Januar bis März), das über 200 Jahre alte Werk „ Flora Badensis Alsati- ca “ (April bis Juni) von C arl C hristian G melin , ab 1785 der erste Leiter des Naturkundemuseums Karlsruhe, Präparate zweier Königin-Alexandra- Vogelflügler ( Ornithoptera alexandrae ), mit bis zu 28 cm Spannweite der größte Tagfalter der Welt (Juli bis September) und schließlich das so- genannte „Efringer Einhorn“, das in Wirklichkeit ein 1750 gefundenes Fragment des Stoßzahnes eines Wollhaarmammuts ( Mammuthus primige- nius ) ist (Oktober bis Dezember). Seit Januar 2019 gibt es neben den naturwissen- schaftlichen Experimenten für 5- bis 7-Jährige („Forscherdiplom I“) auch für Mädchen und Jun- gen im Alter zwischen 9 und 11 Jahren die Mög- lichkeit, naturkundliche Phänomene zu untersu- chen. In sechs verschiedenen „Forscherkursen“ werden u. a. Fossilien, Tierschädel und Minerale, aber auch die lebenden Tiere in den Daueraus- stellungen untersucht. Die jungen Forscherinnen und Forscher lernen dabei erste Forschungsme- thoden wie genaues Messen und Wiegen ken- nen. In einem eigens für den Kurs konzipierten Forschertagebuch halten sie ihre Beobach- tungen fest. Nach Abschluss von mindestens vier Kursen erhalten sie das „Forscherdiplom II“. Die am 20.6.2018 eröffnete Große Landes- ausstellung „Flusspferde am Oberrhein – wie war die Eiszeit wirklich?“ wurde verlängert bis zum 28.4.2019 präsentiert. Die Ausstellung ermöglichte Einblicke in das nicht immer eisige Eiszeitalter am Oberrhein. Im ersten Saal wur- de erläutert, wie Warm- und Kaltzeiten entste- hen, und es wurden eiszeitliche Funde aus der Region gezeigt. Im zweiten, großen Saal wurde die Tier- und Pflanzenwelt vorgestellt – mit ein- drucksvollen Originalfunden, Präparaten und eigens angefertigten Großmodellen, z. B. von Wollhaarnashorn ( Coelodonta antiquitatis ) und Wasserbüffel ( Bubalus murrensis ). Bis zum 27.1.2019 zeigten wir ergänzend zur Großen Landesausstellung die Wanderausstel- lung „Eiszeitkunst“, die unter Federführung des Alb-Donau-Kreises, des Landkreises Heiden- heim und der Stadt Ulm entstanden war. Da- Abbildung 7. Ein besonderer Schatz ist auch das über 200 Jahre alte Werk „Flora Badensis Alsatica“. Darin beschreibt C arl C hristian G melin , der erste Leiter des Naturalienkabinetts, mustergültig die oberrheinische Pflanzenwelt im Elsass und in Baden. Im Hintergrund das Porträt Gmelins.

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