Carolinea 78

M ayer : Der Eschen-Scheckenfalter Euphydryas maturna in Baden-Württemberg 69 giert die Art auf die veränderten Bedingungen durch die zunehmende Trockenheit. Wie bereits erwähnt sind die Raupengespinste heute im Durchschnitt mehr in Bodennähe zu finden als noch vor einigen Jahren. Neben der veränderten Luftfeuchtigkeit spielt hier möglicherweise auch das Eschentriebsterben mit anders gearteter Wuchsstruktur der Ersatztriebe eine Rolle. Eini- ge sehr sonnig stehende Alteschen, die nahezu in jedem Jahr mit Raupennestern besetzt waren, werden mittlerweile gemieden. Dagegen findet man heute Raupennester an weniger stark be- sonnten Eschen, die in der Vergangenheit auf- grund ihrer Lage bzw. Exposition nie eine Rol- le gespielt haben. Einige Flächen bieten immer noch gute Feuchtigkeitsbedingungen, weisen aber einen mangelhaften Eschenbestand auf. Hieraus ergeben sich zu den bisher umgesetz- ten Maßnahmen neue Überlegungen, wie die Art nachhaltiger geschützt werden kann. 5.2 Bisher durchgeführte und ergänzende Schutzmaßnahmen Die Population wurde durch den vom Autor er- stellten Meldebogen 1995 in das Artenschutz- programm Schmetterlinge Baden-Württemberg (ASP) aufgenommen. Seither werden Pflege- maßnahmen zum Erhalt der Population im Rah- men der Umsetzungen des ASP durchgeführt. Weiterhin ist die Art über die FFH-Richtline ge- schützt. Im Rahmen der Umsetzung der FFH- Richtlinie werden im Artmodul des Management- plans ( M eier 2012) bestimmte Erhaltungsziele genannt, die entsprechende Biotoppflegemaß- nahmen erforderten. Wichtige Maßnahmen, die in den vergangenen Jahren umgesetzt wurden, sind z. B. später erster Schnitt von Mähwiesen ab dem 20. Juni, Aussparen von Blütensäu- men bei früherem Schnitt und regelmäßige Entbuschungsmaßnahmen zur Freistellung von Eschen. Darüber hinaus ging es vornehmlich um den Erhalt der mosaikartigen Struktur des Habitats, bestehend aus dem Wechsel von Wie- sen, Weiden, Feldgehölzen und kleinflächigen Auwaldresten. Die kleinparzellierte Bewirtschaf- tung schafft auch gegenwärtig noch gute Bedin- gungen für die Art. Durch extensive Beweidung und späten Schnitt einiger Wiesen steht ein rei- ches Blütenangebot für die Falter zur Verfügung. Besonders die Frühjahrsraupen profitieren vom häufigen Vorkommen potenzieller Nahrungs- pflanzen. Abbildung 46. Vorpuppe in einer Mähwiese. Raupen und Puppen fallen immer wieder einem zu frühen Wiesen- schnitt zum Opfer. 19.5.2019.

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