Carolinea 78

74 Carolinea 78 (2020) 3.2 Klebefalle auf der WEA . . . . . . . . . 85 3.3 Manueller Lichtfang . . . . . . . . . . 86 3.4 Nachgewiesene Schmetterlinge der Roten Liste . . . . . . . . . . . . . . 86 4 Diskussion . . . . . . . . . . . . . . 87 4.1 Locken WEA nachtaktive Insekten an? . . . 87 4.2 Zusammensetzung der Insektenausbeuten in Kanzelfalle und Mastfußfalle . . . . . . 89 4.3 Gefährdungssituation der nachgewiesenen Schmetterlingsarten . . . . . . . . . . 90 4.4 WEA als Ursache für das Insektensterben . 91 5 Ausblick . . . . . . . . . . . . . . . 93 Dank . . . . . . . . . . . . . . . . 94 Literatur . . . . . . . . . . . . . . . 94 Anhang A Fotoübersichten der Fallenfänge auf und unter der WEA . . . . . . . . . 96 B Artenlisten Schmetterlinge der Lichtfallen auf und unter der WEA . . . . 103 C Artenlisten Schmetterlinge manueller Lichtfang . . . . . . . . . . 109 D Gesamtartenliste Schmetterlinge . . . . . 119 1 Einleitung Man nimmt an, dass Windenergieanlagen (WEA) nicht nur tagaktive Insekten anlocken, die sich z. B. an den WEA-Masten niederlassen (z. B. H aen sel & I ttermann 2013-2016 ), was auch ei- gene Beobachtungen bestätigen, sondern dass WEA aufgrund ihrer höheren Temperatur gegen- über der Umgebung auch nachtaktive Insekten anlocken könnten. Ferner wird berichtet, dass Ansammlungen toter Insekten auf den Rotorblät- tern gelegentlich die Leistung von WEA um 25 bis 50 % reduzieren könnten ( C orten & V eldkamp 2001), was auf große Mengen erschlagener Indi- viduen schließen ließe. Wegen dieses Insekten- schlags sind vor dem Hintergrund des starken Rückgangs von Fluginsekten seit 1989 ( H all - mann et al. 2017) auch kürzlich die Auswirkungen von WEA auf die Insektenwelt thematisiert wor- den ( T rieb et al. 2018). Es bestehen zwei Möglichkeiten, warum WEA nachts wärmer sind als der umgebende Luftraum. Zum einen kommt es zu einem Aufheizen der ge- samten WEA als Folge der Insolation tagsüber, zum anderen entsteht beim Betrieb der Turbine und des Generators Abwärme, die in Kanzelhö- he entweicht bzw. aktiv abgeblasen wird. Sollten damit Insekten angelockt werden, könnte nachts gegenüber der Umgebung ein vermehrtes Nah- rungsangebot für nachtaktive Prädatoren beste- hen. Darüber hinaus gelangen Insekten durch passives Verdriften mit der Luftströmung wie auch durch aktive Dispersionsflüge, insbesonde- re bei Wanderungen, in den Einzugsbereich der Rotoren von WEA und scheinen sich in manchen Fällen, ähnlich wie beim Hilltopping-Effekt, be- vorzugt in deren Umfeld anzusammeln ( R ydell et al. 2010). Nach unserer Kenntnis gibt es noch keine Unter- suchungen, welche die Menge nachtaktiver In- sekten in Kanzelhöhe an einer WEA durch Fänge quantifizierten und damit über Modellannahmen hinaus (z. B. T rieb et al. 2018) auf „harten Zah- len“ basierende Daten schufen. Eine Ursache hierfür ist, dass es nicht ohne Zustimmung von Betreiber und Eigentümer möglich ist, auf einer WEA Fallen zum Erfassen nachtaktiver Insekten Abbildung 1. Die Windenergieanlage (WEA) auf dem Gelände des Fraunhofer-Instituts für Chemische Tech- nologie in Pfinztal (ICT) vom Silzberg, dem Standort des manuellen Lichtfangs (mLF) aus gesehen. Sie ge- hört mit 100 m Nabenhöhe und 82 m Rotordurchmes- ser zur dominierenden dreiblättrigen Bauform. Mit ihren 2 Megawatt (MW) Leistung rangiert sie im unteren Lei- stungsbereich heute gängiger Onshore-Anlagen. Sie wurde für das ICT errichtet, um die Zwischenspeiche- rung der mit der WEA erzeugten elektrischen Energie in einer Redox-Flow-Batterie mit einem Endausbau von 20 MWh Kapazität zu testen. – Foto: R. M örtter .

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