Carolinea 78
78 Carolinea 78 (2020) Das Anbringen der Aufhängung für die Licht- falle, einem Vierkantrohr von 20 x 20 mm aus eloxiertem Aluminium, am Trägerelement für In- strumente und Signalleuchten der Kanzel (dem sogenannten Geweih, vgl. Abb. 6) sowie die Herstellung der Stromzuführungen erfolgte am 13. März 2018 in Zusammenarbeit mit Mitarbei- tern der Firma QREON. Die intervallartige Licht emission der roten Signalleuchten (Periodendau- er ca. drei Sekunden: 2 x kurzes Blinken gefolgt von einer Pause) beeinflusst die Anlockwirkung der Lichtfalle auf der Kanzel nicht, da diese auf kurzwelligem Licht beruht (vgl. B rehm 2017). Eine baugleiche Referenzfalle kam am Mastfuß zum Einsatz (Abb. 10). Die Funktion (Fängigkeit) der hier verwendeten Lichtfallen wurde nicht zuletzt durch die Menge der am Mastfuß erbeuteten In- sekten bestätigt. Die Modalitäten des Zugangs zur WEA wurden durch das ICT festgelegt. Pro Beprobung waren immer zwei Befahrungen zu zweit nötig, jeweils eine am Vorabend des Untersuchungstermins zum Ausbringen der Falle und eine weitere zum Einholen und Leeren. Das Befahren der WEA (Abb. 7-8) durch den ausführenden Mitarbeiter des SMNK allein war aus Sicherheitsgründen nicht gestattet. Bei allen Untersuchungstermi- nen musste ein Mitarbeiter des ICT, der mit dem Betrieb der Anlage vertraut ist, anwesend sein und uns auf die WEA begleiten. Darüber hinaus musste eine Schulung für die Nutzung des Ser- viceliftes absolviert werden, um bei eventuellen Störungen oder im Notfall die Bedienung der Sicherheitssysteme zu beherrschen. Die im ICT vorhandene Sicherheitsausrüstung (Auffanggurt, Helm, Funkgerät) konnte freundlicherweise mit- benutzt werden (Abb. 7). Ein Problem trat wäh- rend unserer Untersuchungen nicht auf. Im Gegensatz zu den für qualitative Untersu- chungen (Artenspektrum) meist ausreichenden Lebend-Lichtfallen, bei denen erfahrene Fachleu- te die meisten Falter lebend bestimmen und da- nach wieder in die Natur entlassen können, mus- sten bei diesem Projekt abtötende Fallen zum Einsatz kommen (Abb. 9-10). Denn nur so war die Erfassung aller Insekten, die Bestimmung ihrer Ordnungen bzw. die Determination der Lepido- ptera auf Artniveau möglich.Während des kurzen Aufenthalts auf der WEA wäre dies nicht zu lei- sten gewesen. Auch hätte der Informationsverlust durch fliehende Insekten das Untersuchungser- gebnis verfälschen können. Insbesondere für die quantitative Auszählung sowie die anschließende Dokumentation der erlangten Ausbeuten war ein Abtöten aller angelockten Insekten unvermeid- lich. Den Einfluss dieser Vorgehensweise auf die lokalen Populationen schätzen wir als vernach- lässigbar gering ein, nicht zuletzt weil der Ein- zugsbereich der verwendeten 25-Watt-Schwarz- licht-Lampen relativ klein ist. Zudem erfolgte der Falleneinsatz nicht im Dauerbetrieb über das ge- samte Untersuchungsjahr. Im Sammelgefäß der Fallen wurde zur Abtötung Chloroform (Trichlormethan) bzw. später, nach der Umstellung auf mehrtägige Fangperioden, 70 %iger Ethylalkohol (Ethanol) verwendet. Da- durch konnten alle gefangenen Insekten nach der Leerung fotografisch dokumentiert (vgl. Abb. 21-30), exakt gezählt, sortiert und determiniert werden. Alle Nachtfalter wurden, bis auf einige Abbildung 7, 8. Blick auf die Sicherheitsausrüstung beim Klettern auf den Leitern (Abb. 7) und Blick auf den Durch- stieg zur drehbaren Maschinenkanzel (Abb. 8). – Fotos: R. T rusch .
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