Carolinea 78
T rusch et al .: Nachtaktive Insekten an Windenergieanlagen 79 nur durch Genitaluntersuchung zu determinie- rende Kleinschmetterlinge, auf Artniveau be- stimmt. Von allen anderen Insekten wurde min- destens ihre Ordnung im zoologischen System ermittelt. In der Umgebung der WEA wurden amWesthang des Silzbergs simultan zu den Beprobungen bzw. bei den mehrtägigen Falleneinsätzen ab August jeweils am ersten Tag der Untersuchungsperiode mehrere manuelle Lichtfänge (mLF, vgl. Abb. 2, 11) durchgeführt. Damit wurden zusätzliche In- formationen über die 2018 im Untersuchungsge- biet vorkommenden Arten der nachtaktiven Le- pidoptera sowie über ihre Abundanzen erhalten. Mit diesen Daten lassen sich Rückschlüsse auf die Eignung der hier eingesetzten Lichtfallen zie- hen, vor allem hinsichtlich des nachgewiesenen Artenspektrums. Die manuellen Lichtfänge erfolgten mit einem sogenannten Leuchtturm, einem aufrecht ste- henden Federstahl-Netzzylinder aus Doppelfa- dennetz mit 1 mm Maschenweite, ca. 180 cm Höhe und 70 cm Durchmesser, welcher innen mit je einer 250-Watt-Mischlichtlampe und einer 85-Watt-Schwarzlicht-Energiesparlampe bestückt war. Damit hatten die manuellen Lichtfänge einen deutlich größeren Einzugsbereich als die hier ver- wendeten Lichtfallen (vgl. dazu S teiner 1994). In einigen Nächten wurde zusätzlich noch ein zwei- ter Leuchtturm mit den in den letzten Jahren für den Insekten-Nachtfang neu entwickelten LED- Leuchtmitteln eingesetzt (LepiLED, vgl. B rehm 2017, und entoLED, Bioform). Die hiermit ange- lockten Arten wurden nicht separat erfasst, sie sind in der Liste der Arten des mLF enthalten. Der manuelle Lichtfang wurde ab Einbruch der Dunkelheit jeweils für 2,5 bis 3 Stunden durch- geführt. Die anfliegenden Arten und die Anzahl der angelockten Individuen wurden auf Basis von Mindestzahlen protokolliert, d. h. es wur- Abbildungen 9, 10. Für diese Studie benutzte Lichtfallen. Auf der WEA-Kanzel (KF, Abb. 9) und am Mastfuß (MF, Abb. 10) kamen baugleiche Fallen zum Einsatz, nur die Art und Weise ihrer Aufhängung bzw. Aufstellung ist ver- schieden: Während die KF an einem Vierkant-Hohlprofil am „Geweih“ in ca. 100 m Höhe über Grund aufgehängt wurde, war die MF in einem Kunststoff-Fass (Höhe ca. 0,8 m) aufgestellt. Die am Trichter fest verschraubten PE- Sammelflaschen (Polyethylen-Weithalsflaschen, 500 ml) unterscheiden sich in beiden Fällen nicht. – Fotos: R. M örtter .
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