Carolinea 78

80 Carolinea 78 (2020) den maximal die zur gleichen Zeit am Leucht- turm beobachteten Individuen je Art gezählt. Man erhält mit diesen Mindest-Zahlen die unte- re Grenze der tatsächlichen Abundanz. Belege wurden nur von einzelnen Groß- und einigen Kleinschmetterlingen mitgenommen, in der Re- gel zur Artbestimmung bzw. für die faunistische Dokumentation. 2.2 Versuchsdesign In der Anforderung des Auftraggebers LUBW waren für die Bearbeitung der Fragestellung acht Beprobungstermine vorgesehen: jeweils einer in den Monaten April und Mai, je zwei im Juni und Juli sowie je einer im August und September. Da sich der Beginn der Untersuchungen bis zum 15. Mai 2018 verzögerte, beprobten wir jeweils an zwei Terminen in den Monaten Mai, Juni und Juli. Danach wurden in Abstimmung mit der LUBW für alle folgenden Probennahmen die Expositions- zeiten auf ca. eine Woche verlängert. Dadurch sollten eventuelle negative Effekte einzelner, für die Aktivität von Insekten möglicherweise ungün- stiger Nächte auf die Beprobung, z. B. durch küh- le oder windige Witterung, ausgeglichen werden. Zusätzlich zum ursprünglichen Auftrag wurde eine neunte Beprobung im Oktober durchgeführt. Damit sollten die zu dieser Jahreszeit aktiven In- sekten ebenfalls erfasst werden sowie ggf. auch migierende Arten, welche bis dahin nicht nach- gewiesen werden konnten. Die Termine für die Beprobungen (vgl. Abb. 3) wurden jeweils 3-4 Tage vorab festgelegt, sobald eine günstige Wetterprognose bestand und die Verfügbarkeit von Mitarbeitern des ICT gegeben war. Die Berücksichtigung der Mondphase ist für die Anlockwirkung der Lichtfallen ebenfalls rele- vant, weil in Nächten um Neumond durch den dunkleren Nachthimmel künstliche Lichtquellen besser angeflogen werden als in jenen um Voll- mond. Die Beprobungstermine wurden deshalb soweit möglich entsprechend gewählt. Eventu- elle Beeinträchtigungen durch weniger günstige Bedingungen hinsichtlich Mondlicht, Bewölkung, Temperatur oder Wind wirken jedoch für beide Fallen und beinträchtigen daher die Vergleich- barkeit der Ergebnisse von KF und MF nicht. Die Lichtfallen wurden immer abends zwischen Abbildung 11. Blick vom Dach der WEA-Kanzel nach Westen. In der Mitte des linken Bilddrittels (Pfeil) wurden die manuellen Lichtfänge durchgeführt. – Foto: R. M örtter .

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