Carolinea 78

86 Carolinea 78 (2020) dass ein Abwaschen von Tieren durch Regen oder ein Entfernen ihrer Körper durch Wind oder Vögel nicht stattgefunden hat. Es ist davon auszugehen, dass auf den Klebeflächen zumindest Spuren ihres Vorhandenseins erhalten geblieben wären. 3.3 Manueller Lichtfang Erwartungsgemäß fiel die nachgewiesene Ar- tenzahl der Lepidoptera beim mLF am höchsten aus, obwohl dieser nicht, wie die Erfassungen mit den Lichtfallen, die gesamte Nacht hindurch an- dauerte, sondern ab Einbruch der Dunkelheit auf 2,5 bis 3 Stunden beschränkt blieb. Die größere Fernlockwirkung der eingesetzten Leuchtmittel (vgl. Methodik) sowie der Einsatz mehrerer Lam- pentypen erbrachten 286 Arten in rund 1.600 In- dividuen. Usache der im Vergleich zu den Fallen relativ hohen Artenzahl ist, dass beim mLF in der Umgebung sitzende Falter ebenfalls registriert wurden und auch jene Arten protokolliert werden konnten, die nur kurz am Leuchtturm verweilten. In den automatisch sammelnden KF und MF konnten hingegen nur die über den Fangtrich- ter in das Sammelgefäß gelangten Tiere erfasst werden. Dies entspricht naturgemäß nicht allen anfliegenden Individuen. Die hier angegebenen Individuenzahlen des mLF repräsentieren die Mindestzahl der beobachteten Tiere jeder Art am Leuchtturm (Tab. 2, Tab. 23-31 im Anhang C und Tab. 32 im Anhang D). Die tatsächliche Ab- undanz ist in der Regel größer, vergleiche hierzu die Erläuterungen im Kapitel 2.1. 3.4 Nachgewiesene Schmetterlinge der Roten Listen Da bei der Insektenordnung Lepidoptera die De- termination fast aller Individuen durch die Bear- beiter bis zur Artebene erfolgen konnte, können alle im Projekt nachgewiesenen Schmetterlinge der Roten Listen Baden-Württembergs ( E bert et al. 2005) und Deutschlands ( N uss 2011, R enn - wald et al. 2011, T rusch et al. 2011, W achlin & B olz 2011) in Tabelle 3 (und Tab. 32) aufge- führt werden. FFH-Arten wurden im Projekt kei- ne nachgewiesen. In der MF fanden sich zehn (bzw. für Deutschland sieben) dieser gefähr- deten Arten, am Standort des mLF am Silzberg 25 (bzw. für Deutschland 17). Mit der KF konn- ten auf der WEA keine gefährdeten Schmetter- linge nachgewiesen werden. Ein Exemplar des in Baden-Württemberg ( E bert et al. 2005) als „vom Aussterben bedroht“ eingestuften Weißen Tabelle 2. Parallel zu den Fallen KF und MF mithilfe des manuellen Lichtfangs (mLF) an neun Terminen erfasste Arten- und Individuenzahlen. Letztere wurden nur semiquantitativ erfasst, vgl. Kap. 2.1. Die Untersu- chungsdauer betrug jeweils 2,5-3 Stunden pro Unter- suchungsnacht. Datum Artenzahl Individuenzahl 15.05 64 185 24.05 71 184 05.06 86 168 20.06 86 273 03.07. 105 252 17.07. 86 227 22.08. 62 154 12.09. 51 98 09.10. 23 47 Summe 286 1.588 Abbildung 18. Beispiele für mit der Klebefalle (Gelbtafel) gefangene Arthropoden: zwei Fliegen (Diptera) und eine Spinne (Arachnida). Die Größe ist bei allen Tieren kleiner als 5 mm. – Fotos: R. M örtter .

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