Varianz von Torfprofilen

Bei Untersuchungen zur Vegetationsgeschichte werden meist nur einzelne Torfprofile aus Mooren untersucht. Es wird angenommen, dass Pollen so homogen in der Luft verteilt sind, dass man innerhalb eines Moores weitgehend übereinstimmende Ergebnisse bekommt. Das gilt aber nicht generell. Geht man heute über eine Moorfläche, so sieht man ein deutliches Mosaik von Pflanzengesellschaften. An Schlenken kann man eine Sortierung von Pollen beobachten. Dies gilt vor allem für schwimmfähige Pollen. Sie reichern sich unter Einfluss der vorherrschenden Westwinde im Osten dieser kleinen Wasserflächen an. Auch dürfte das Aufkommen von kleinen Büschen zu einem anderen Pollenfangverhalten der Fläche im Windschatten führen.

Uns waren schon lange deutliche Unterschiede bei der Bearbeitung von Parallelkernen aus Mooren aufgefallen (Hölzer & Hölzer 1990).

Deshalb wurde im Jahre 1999 mit einem Arbeitsprogramm begonnen, bei dem Torfprofile in engem Abstand entnommen und auf Pollen, Großreste und Geochemie untersucht werden. Erste Ergebnisse bezüglich der Pollen liegen aus dem Lindauer Moor im Südschwarzwald vor, wo U. Dietz im Rahmen eines zweijährigen Volontariats am Museum drei Profile im Abstand von 2 Metern bzw. 20 Metern analysierte. Sie stellte deutliche Unterschiede zwischen den drei Profilen fest (Dietz 2001). Weitere Arbeiten folgten im Blindensee-Moor (S. Lang), im Stehrenmoos (C. Rohrer), in den Südvogesen und am Hochkopf (P. de Klerk), der Hornisgrinde, im Waldmoortorfstich, im Kohlhüttenmoos und im Horbacher Moor (Amal Hölzer).

Geochemie und Großreste von drei eng benachbarten Torfprofilen vom Lindauer Moor (Südschwarzwald):

Profil 1
Profil 2
Profil 3
Lindauer Tal (Südschwarzwald)
Lindauer Tal (Südschwarzwald)
Blick ins Lindauer Moor
Blick ins Lindauer Moor
Bohrstelle in Lindau
Bohrstelle in Lindau