Innerer Schädelbau der Therapsiden (Vorläufer der Säugetiere)

Modell des Dicynodontiers Diictodon

Die ältesten bekannten Säugetiere stammen aus der Oberen Trias und entwickelten sich aus einer Gruppe urtümlicher Landwirbeltiere, den Therapsiden. Da diese Tiere den Säugetieren teilweise schon recht ähnlich waren, sind sie im Hinblick für das Verständnis der frühen Evolution der Säugetiere von besonderem Interesse. Obwohl reichhaltige Funde von fossilen Therapsiden z.B. aus Südafrika, Russland, China und Südamerika existieren, ist über den inneren Bau der Schädel dieser Tiere bislang relativ wenig bekannt. Wir planen deshalb fossile Schädel dieser Tiere erstmals mittels Neutronentomographie und modernster Methoden der 3D Modellierung zu untersuchen. Derartige Untersuchungen gewähren Einblick in die Funktionsweise des Atmungssystems, des Gehirns und des Nervensystems, der Sinneswahrnehmung (Riechen, Hören), die Funktionsweise des Kiefer- oder Kauapparates u.v.a.m. Schwerpunkt unseres Projektes ist die Erforschung unbekannter Nebenhöhlen in den Schädeln von Anomodontiern, einer Gruppe ausgestorbener pflanzenfressender Therapsiden. Mit Luft gefüllte Schädelhöhlen im Bereich der Nase und der Paukenhöhle kommen auch bei heutigen Säugetieren und beim Menschen vor, sind jedoch bei Therapsiden noch weitgehend unbekannt. (Doktorand: Michael Laaß, Betreuer: apl Prof. Dr. Eberhard “Dino” Frey SMNK, Prof. Dr. Wolfgang Stinnesbeck Exzellenzuniversität Heidelberg).