Veranstaltungstipp: Vortrag geändert

Bäume mit guter Klimaprognose für den urbanen Grünflächenbereich Karlsruhes: Eine Bewertung aus mykologischer Sicht

Dienstag, 5.12.2017,  18.30 Uhr
in Zusammenarbeit mit dem Naturwissenschaftlichen Verein Karlsruhe e.V.
Eintritt frei

Der für Dienstag, den 5. Dezember 2017 angekündigte Vortrag muss leider entfallen. Dafür findet ein Ersatzvortrag von  Dr. Markus Scholler (SMNK) statt:
"Bäume mit guter Klimaprognose für den urbanen Grünflächenbereich Karlsruhes: Eine Bewertung aus mykologischer Sicht"

In urbanen Regionen Mitteleuropas werden bevorzugt exotische Bäume wärmerer Herkunft gepflanzt. Gründe hierfür sind u. a. das Fehlen natürlicher Antagonisten, zumindest in den ersten Jahren der Einführung und die größere Hitze- und Trockenheitstoleranz. Exotische Bäume wie die Bastard-Platane, diverse Rosskastanien (Aesculus spp.) und die Robinie stellen einen großen Anteil der Bäume im urbanen Grünflächenbereich wie Parks, Alleen und Friedhöfen in Karlsruhe wo sie seit Jahrzehnten gepflanzt werden. Mittlerweile sind jedoch zahlreiche natürliche Antagonisten (vor allem Pilze und Insekten) aus ihrem Ursprungsgebiet eingewandert und schädigen die Bäume stark, was vor allem Platane und Rosskastanie betrifft. Sie eignen sich folglich nicht mehr als Stadtbäume. Zudem bilden Platane, Rosskastanie und Robinie keine Ektomykorrhiza-Symbiosen was zu einer erheblichen Verarmung der Großpilz-Diversität im urbanen Karlsruhe geführt hat. Folglich gibt es einen Bedarf an exotischen Bäumen, die einerseits mit den Bedingungen, die mit der Klimaerwärmung und der Urbanisierung einhergehen, zurechtkommen und anderseits Ektomykorrhiza-Symbiosen mit heimischen Pilzen eingehen und somit die Großpilz-Diversität fördern. In einem Projekt am SMNK, das vom Land Baden-Württemberg (Klimopass Kampagne) gefördert wird, wurden die Ektomykorrhiza-Assoziationen exotischer Eichen, Linden und Hasels mit heimischen Arten der gleichen Gattung im Stadtgebiet von Karlsruhe verglichen. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass die getesteten exotischen Bäume Mykorrhiza-Verbindungen mit heimischen Pilzen eingehen, zwei Baumarten sogar annähernd gleich viele wie in der Kontrollgruppe.