Die Geschichte des Museums

Seit über 200 Jahren...

Das Staatliche Museum für Naturkunde Karlsruhe geht auf die markgräflich-badischen Sammlungen von Kuriositäten und Naturalien zurück. Den Grundstock für die Naturaliensammlung legten der Stadtgründer Karlsruhes, Markgraf Karl Wilhelm von Baden-Durlach (1679–1738) und sein Sohn, Erbprinz Friedrich (1703–1732), zwischen 1711 und 1732.
Unter seinem Enkel und Nachfolger, Markgraf Karl Friedrich(1728–1811), erfolgte die offizielle Gründung: Am 8.4.1759 gab der Geheime Hofrat Johann Jakob Reinhard (1714–1772), der wichtigste Ratgeber des Markgrafen, in einem dreiseitigen Memorandum mit dem Titel „Project wegen Aufrichtung einer publiquen Biblioth(ec) in Carlsruhe“ den Anstoß zur Gründung eines Naturalienkabinetts und einer öffentlichen Hofbibliothek. Sie sollten in einem neuen Gebäude am Ostflügel des Schlosses untergebracht werden. Der endgültige Umzug erfolgte dann 1784.

Durch die Interessen und das Engagement von Markgräfin Karoline Luise (1723–1783), der Gattin Karl Friedrichs, wurde ab 1759 das Naturalienkabinett zu einer bedeutenden wissenschaftlichen Sammlung ausgeweitet. Die hochgebildete Karoline Luise, von Lavater treffend als die „Vielwisserin und Vielfragerin von Baden“ bezeichnet, war vielseitig interessiert. Mit ihrem Engagement, ihrer Sammelleidenschaft, ihrem Wissenseifer und finanzieller Unterstützung hat sie entscheidend zur Ausweitung der Sammlungen beigetragen.

1764 wurde der Basler Altphilologe, Numismatiker und Professor für Altertumskunde Friedrich Samuel Schmidt (1737-1796) zum ersten Direktor das Naturalien- und Münzkabinetts sowie die Hofbibliothek ernannt, ein Posten, den er bis 1769 innehatte.
Im Jahr 1784 wurde das Naturalienkabinett in die Räume der Hofbibliothek verlagert und dort 1785 als Museum für die Bürger geöffnet. Die Sammlungen des heutigen Naturkundemuseums sind damit seit über 200 Jahren für die Öffentlichkeit zugänglich!

Zwischen 1866 und 1872 wurde das heutige Gebäude am Friedrichsplatz für das Naturalienkabinett und die Hofbibliothek errichtet: die feierliche Eröffnung erfolgte am13.9.1876.

Im Jahr 1942 wurde das Haus durch Bomben zerstört und große Teile der wertvollen Sammlungen gingen verloren. Der Wiederaufbau konnte 1972 abgeschlossen werden. Nach dem Umbau wurde im Jahr 2016 auch der lange von der Badischen Landesbibliothek genutzte Westflügel wieder zu einem Teil des Museums. Heute gehört das Naturkundemuseum Karlsruhe zu den größten Einrichtungen seiner Art in Deutschland.

...mit Blick in die Zukunft

Auch weiterhin führen wir unsere vielfältige Forschungsarbeit fort und nehmen unsere Aufgabe als Vermittler von Wissen durch zahlreiche Ausstellungen und Bildungsangebote wahr.