Zoologische Sammlungen

Von den Beständen aus der Zeit der Markgräfin Caroline Luise und des ersten Direktors Carl Christian Gmelin finden sich heute nur noch Spuren in den zoologischen Sammlungen. Durch Brände nach Bombardierungen Karlsruhes 1942 und 1944 wurden die meisten zoologischen Schauobjekte und Sammlungsteile im Museumsgebäude und im Schloss, wohin Reste zunächst ausgelagert worden waren, vernichtet. Nur die Mollusken-Sammlung ist bis heute weitgehend erhalten.

Die Wirbeltiersammlung des SMNK umfasst wissenschaftliche Belege und Schaupräparate von Fischen, Amphibien, Reptilien, Vögeln und Säugetieren aus aller Welt, wobei Säugetierschädel aus Westafrika, Vögel- und Säugtierbälge aus Ostafrika sowie die Belegsammlung von Kleinsäugern und Fledermäusen aus Baden-Württemberg von besonderer Bedeutung sind. Seit 2014 stellt die Erweiterung der vergleichenden Sammlung an Wirbeltierskeletten einen neuen Sammlungsschwerpunkt dar. 2015 gelangte der Körper des ersten Wolfes (Canis lupus) in Baden-Württemberg seit 1882 an das SMNK und wurde hier skelettiert. Ebenfalls seit 2014 erfolgt die Neuaufstellung, Inventarisierung und Digitalisierung aller Sammlungsbereiche, wobei der Klärung der Provenienz einzelner Objekte besondere Aufmerksamkeit gewidmet wird.

In der Wirbellosensammlung liegt ein Schwerpunkt bei den Spinnentieren (Arachnida), die der ehemalige Abteilungsleiter Prof. Dr. Beck und später auch der derzeitige Abteilungsleiter Dr. Höfer in Südamerika und Europa im Rahmen wissenschaftlicher Projekte gesammelt haben. Ein weiterer Schwerpunkt sind umfangreiche Probensammlungen aus den langjährigen Untersuchungen der bodenzoologischen Arbeitsgruppe - über eine Million identifizierte Individuen der Bodenmakrofauna (Käfer, Spinnentiere, Hundert- und Tausendfüßer, Schnecken, Asseln) sowie der Bodenmesofauna (Milben und Springschwänze).

Weitere wissenschaftlich bedeutende Spezialsammlungen umfassen Fadenwürmer (Nematoda: etwa 100 Sammlungsnummern, große Belegsammlung), die Weichtiere (Mollusca: 25.000 Sammlgs.Nr.), und die weltweit nachgefragte Sammlung von Ruderfußkrebsen (Copepoda: 19.000 Sammlgs.Nr.) aus dem Nachlass von Friedrich Kiefer.

 

Die Daten der zoologischen Sammlungen am SMNK werden inDiversity Workbench Datenbanken gemanagt.

Die modulare Diversity Workbench dient auch als Virtuelle Forschungsumgebung für arachnologische Daten. Im Rahmen eines DFG-Projekts wurden Daten mehrerer Institutionen angereichert und über ein neues Datenportal der Arachnologischen Gesellschaft ARAMOB mobilisiert.