Carolinea 77
110 Carolinea 77 (2019) im Jagst-Tal um die Mittagszeit bei bedecktem Wetter eine Raupe mit zahlreichen Ameisen ( La sius sp.) weit oben in einer Esparsette fressend gefunden (Foto in S anetra et al. 2015, S. 55). Es erscheint möglich, dass sich die Aktivitätszeiten der Raupen an denen der Ameisen orientieren. Im Tauberland wurden die Ameisenarten Lasi us alienus und Formica rufibarbis als Begleiter von P. thersites festgestellt, wobei die zuerst ge- nannte häufiger gefunden wurde ( S anetra et al. 2015). Aus anderen Regionen Europas werden Lasius -, Tapinoma -, Camponotus - und Formica - Arten gemeldet ( F iedler 2006). Der Grad der Myrmekophilie bei P. thersites wird anhand von Beobachtungsdaten aus Frankreich mit über 80 % als sehr hoch eingestuft ( L afranchis et al. 2015). Die Eindrücke aus der Jagst-Kocher- Region und dem Tauberland legen nahe, dass die Anwesenheit der Ameisenpartner zum Erhalt einer lebensfähigen Population nötig sein dürfte. Unterstützend könnte hierbei sein, dass die in Frage kommenden Ameisenarten an Standorten mit warmem Mikroklima häufiger auftreten. 4 Plebejus argus (Argus-Bläuling) 4.1 Verbreitung Die bereits vor Beginn der Studie bekannten Vorkommen von P. argus liegen ausnahmslos im zentralen Teil des Naturraums Hohenloher- Haller-Ebene vom Gebiet um Schwäbisch Hall östlich bis in den Raum Crailsheim (Abb. 27). Es konnten nur zwei zusätzliche Fundorte entdeckt werden. Einer von diesen liegt weiter nördlich nahe der Jagst (südl. Kirchberg) und wäre bei strikter Interpretation der naturräumlichen Gren- Abbildung 27. Fundorte von Plebejus argus in der Jagst-Kocher-Region während der Studie (schwarze Quadrate) und aus der LDS-BW (graue Quadrate, mit Jahr des letzten Nachweises). – Grafik: R obert G üsten . Creative Commons ( B ernd H aynold )
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