Carolinea 77

116 Carolinea 77 (2019) mit Satyrium acaciae (Kleiner Schlehenzipfelfal- ter) vor, der in diesem Gebiet von den Autoren wie auch von anderen Beobachtern (LDS-BW) gefunden wurde. Relativ sicher gezeigt werden konnte das Fehlen von S. spini an einigen Stellen mit spärlichen Kreuzdorn-Vorkommen im Land- kreis Heilbronn sowie für ein potentiell sehr gün- stiges Habitat östlich von Crailsheim. Satyrium spini ist im nördlich angrenzenden Tauberland deutlich weiter verbreitet als in der Jagst-Kocher-Region (LDS-BW). Dies ist unter anderem auf einen höheren Anteil an wärme- begünstigten Trockenbiotopen zurückzuführen sowie auf die größere Häufigkeit des Purgier- Kreuzdorns ( Rhamnus cathartica ). Weitere Ver- breitungsschwerpunkte von S. spini in Baden- Württemberg sind die Schwäbische Alb und das Oberrhein-Gebiet. In Nordbayern liegen die Hauptvorkommensgebiete auf Kalkstandorten im Jura und den Muschelkalkgebieten der Main- fränkischen Platten ( K olbeck 2013). Im Main- Spessart-Kreis sind die Vorkommen nach Beob­ achtungen der Autoren aktuell deutlich stärker ausgebildet als im Tauberland. 5.2 Phänologie Im Neckar-Tauberland fliegt S. spini nach E bert & R ennwald (1991) in einer Generation von Mitte Juni bis Ende Juli/Anfang August. Die phänolo- gischen Daten aus Bayern liegen in einem ähn- lichen Zeitraum, reichen aber bis Anfang Septem- ber ( K olbeck 2013). Für die Jagst-Kocher-Region liegen nur zwei eigene Falterbeobachtungen vom 11.7.2017 vor. Diese Exemplare waren be- reits recht abgeflogen, so dass dies auf eine be- reits weit fortgeschrittene Flugzeit hindeutete. 5.3 Wirtspflanzen und Eiablageorte Die Eier von S. spini konnten im Herbst und Win- ter am Purgier-Kreuzdorn aufgefunden werden (Tab. 9), wo sie meist in kleinen Gruppen von zwei bis fünf Stück abgelegt worden waren (Abb. 38). Eihüllen und nicht geschlüpfte Eier konnten auch in einigen Fällen im Mai und Juni in der Nähe gefundener Raupen lokalisiert werden (Abb. 39). Die Eier befanden sich an sehr kleinen bis mittelgroßen Kreuzdorn-Sträuchern von etwa einem halben Meter (Abb. 40) bis drei Metern Wuchshöhe. Zwar ist es deutlich schwieriger an den größeren, bis zu sechs Meter hohen, Kreuz- dornen nach den Eiern zu suchen, aber bisher gibt es keine Hinweise, dass diese zur Eiabla- ge genutzt werden (s. auch E bert & R ennwald 1991). Häufig stehen die großen Kreuzdorn- Pflanzen innerhalb von weitgehend geschlos- senen Gehölzsäumen, diese Standortsituation ist möglicherweise für eine erfolgreiche Raupen- entwicklung nicht ausreichend wärmebegünstigt oder ungünstig für den Ameisenbesuch (s. Kap. 5.5). Die Ablagehöhe der gefundenen Eier lag im Bereich von 30 bis 150 cm. E bert & R ennwald (1991) berichten, dass die Eier an vollsonnig und warm stehenden Büschen bis in eine Höhe von 100 cm abgelegt werden. Aus Bayern sind Ei- funde von 20 bis 250 cm Höhe über dem Boden belegt ( K olbeck 2013). Die Raupenfunde in über- wiegend sehr geringer Höhe legen nahe, dass niedrig abgelegte Eier (ca. bis 50 cm) aufgrund Abbildung 36, 37. Falter von Satyrium spini an einem Blütenstand von Origanum vulgare ; Studiofoto; 23.6.2018; Fast erwachsene Raupe von S. spini an Blatt von Rhamnus cathartica mit Ameisenbesuch ( Lasius alienus ; Erlenbach bei Marktheidenfeld (Lkr. Main-Spessart, Bayern); 22.5.2019. – Fotos: D ennis S anetra .

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