Carolinea 77

G üsten et al.: Bläulinge in der Jagst-Kocher-Region: Verbreitung, Ökologie, Schutz 115 tige offene Frage ist, wie die Jungraupen nach der Aufnahme in die Ameisenkolonien ihre Nahrungspflanzen erreichen. Im Bereich vieler Nester von L. niger in der Jagst-Kocher-Region und im Tauberland finden sich potentielle Rau- penfraßpflanzen für P. argus nur vereinzelt und in geringer Anzahl. 5 Satyrium spini (Kreuzdorn-Zipfelfalter) 5.1 Verbreitung Dieser Zipfelfalter (Abb. 36) wurde in erster Linie durch die Suche der Eier im Herbst undWinter an den Wirtsgehölzen nachgewiesen (vgl. H ermann 2007). Zusätzlich erfolgten drei Neunachweise durch Raupenfunde nach gezielter Suche zur Raupenzeit im Mai/Juni an kleinen Kreuzdorn- Sträuchern. Die Beobachtung von je einem Falter an zwei verschiedenen Lokalitäten war dagegen die Ausnahme, und die Suche nach Imagines wurde nicht zielgerichtet durchgeführt (s. auch S ettele et al. 2015). Die aktuellen Nachweise stammen von neun Lokalitäten im Naturraum Kocher-Jagst-Ebenen und befinden sich dort hauptsächlich in südexponierten Lagen entlang der Jagst zwischen Krautheim und Langenburg (Abb. 35). Zuvor waren in dieser Region lediglich zwei Fundorte von S. spini verzeichnet gewesen. Dagegen konnten zwei Meldungen aus dem Landkreis Schwäbisch Hall von 1993 nicht be- stätigt werden. Die dort aufgesuchten Lokalitäten zeichneten sich durch einen Mangel an kleinen, isoliert stehenden Kreuzdornen aus, welche für die erfolgreiche Larvalentwicklung vermutlich notwendig sind (s. Kap. 5.3). Möglicherweise lag bei diesen Meldungen eine Verwechslung Abbildung 35. Fundorte von Satyrium spini in der Jagst-Kocher-Region während der Studie (schwarze Quadrate) und aus der LDS-BW (graue Quadrate, mit Jahr des letzten Nachweises). – Grafik: R obert G üsten . Creative Commons ( B ernd H aynold )

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