Carolinea 77
210 Carolinea 77 (2019) Mondstein und Sonnenstein und stellte die mi- neralogischen Fortschritte dar, die auch die Na- mensgebung innerhalb dieser Gruppe revolutio- niert haben. Zwei Drittel der obersten Schichten unserer Erde bestehen aus Feldspäten. Damit stellen sie die weltweit am häufigsten in der Erdkruste vorkommende Mineral-Gruppe dar. Feldspäte schaffen die Voraussetzung für die Bildung fruchtbarer Böden und blühender Land- schaften. Nur in äußerst seltenen Fällen zeigen die Mitglieder dieser Mineralgruppe besondere optische Auffälligkeiten, die die Menschen der Urzeiten an das Funkeln der Sonne oder den sanften Schimmer des Mondes erinnert haben. Diese als „Mondsteine“ und „Sonnensteine“ be- kannten Feldspäte sind weitaus vielfältiger, als Geologen und Edelsteinhändler bis vor kurzem noch glaubten. Die in den vergangenen Jahren entdeckten neuen Varietäten haben zu einer Neubewertung der traditionellen Bezeichnungen und Definitionen geführt. 20. Oktober 2018 Heidelberg: Steine in der Stadt Stadt-Exkursion mit Dr. M atthias G eyer (Koope- rationsveranstaltung mit Geotourist Freiburg) Los ging es am Bismarck-Denkmal am Bis- marckplatz in 10 Minuten fußläufiger Entfernung vom Bahnhof. Bei Heidelberg denkt man natür- lich an das Schloss, an die Neckarbrücke oder an die Universität. Bei dieser etwas anderen Stadtführung richtete sich der Blick allerdings oft nach unten auf Mauern und Straßenpflaster. Nach einer kurzen Einführung zur geologischen Lage Heidelbergs führte die Route vom Start- punkt durch die Hauptstraße bis zum Marktplatz. Natürlich prägt der Buntsandstein das Stadtbild, aber schon beim Straßenpflaster fallen auch noch andere Natursteine auf. Die Fassaden der Häuser sind so vielfältig, dass sich ohne Mühe im Verlauf dieses geologischen Stadtrundgangs Vertreter der wichtigsten Gesteinstypen finden ließen. 6. November 2018 Büffelzikaden, Buchsbaumzünsler und Zapfenwanze – Aktuelle und alte wirbellose Neubürger in Karlsruhes Parks, Gärten und Wäldern Vortrag von Dipl.-Biol. K arsten G rabow (Pädago- gische Hochschule Karlsruhe) Alternativ hätte der Titel auch lauten können: „Braune Buchsbäume und tote Thuja – Wirbel- lose Neubürger in Karlsruhe und ihre Auswir- kungen“. Seit dem Beginn des globalen Handels wurden auch immer wieder, absichtlich oder un- absichtlich, verschiedenste Tiere und Pflanzen bei uns eingeführt. Mit zunehmendem und im- mer schnellerem Warenverkehr sind in den letz- ten Jahren eine Vielzahl neuer Arten in und um Karlsruhe aufgetaucht. Einige Arten erreichten durch ihr Schadpotential und zahlreiches Auftre- Abbildung 8. Der Südliche Wasserschlauch, Utricularia australis, blüht auch unter Wasser reichlich. An der sattel- förmigen Unterlippe lässt sich die Art erkennen. Abbildung 9. Der Spreizende Hahnenfuß, Ranunculus circinatus , ist in der Region Karlsruhe recht selten, bildet jedoch in nährstoffreichen Seebereichen gern dichte Bestände. Im Gegensatz zu anderen Wasserhahnenfuß-Arten fallen die Blattzipfel beim Herausnehmen aus dem Wasser nicht pinselförmig zusammen. – Fotos: U lrich H erold , Limnologische AG .
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