Carolinea 77

Naturwissenschaftlicher Verein 211 ten auch ein gewisses Medieninteresse, wie z.B. die Kirschenessigfliege Drosophila suzuki , der Maiswurzelbohrer oder der Buchsbaumzünsler. Daneben gibt es aber auch einige Arten, deren Auftreten eher unbemerkt ist, wie z.B. die Japa- nische Ahornzirpe, die unbemerkt den Ahorn vor der Haustür besiedelt oder die Mexikanische Grabwespe. Neben der Biologie der Arten wur- den auch Ausbreitungswege und Auswirkungen vorgestellt. 20. November 2018 Flusspferde am Oberrhein Vortrag von Prof. Dr. E berhard “ Dino ” F rey (Natur- kundemuseum Karlsruhe) im Rahmenprogramm zur Großen Landesausstellung „Flusspferde am Oberrhein – wie war die Eiszeit wirklich?“ vom 21. Juni 2018 bis 27. Januar 2019 „Geht beim Baden nicht zu nah an die Fluss- pferde ran“ mag eine Neandertalermutter an manch heißem Eem-Sommertag sorgenvoll zu ihren Sprösslingen gesagt haben. Das Eem begann vor 126.000 Jahren und endete vor 115.000 Jahren. Es war die letzte Warmzeit im letzten Eiszeitalter, dem Pleistozän. Zwei Grad wärmer war es im Jahresmittel als heute, warm genug, dass sich Flusspferde am Oberrhein ge- tummelt haben. Doch die kleinen Neandertaler wären auf dem Weg zum Rheinstrand noch an- deren Tieren begegnet. Riesige Waldelefanten stampften durch das Unterholz der Rheinauen, Waldnashörner kauten an den Zweigen junger Eichen und Pappeln und im Ufermorast suhlten sich Wasserbüffel, um sich vor den quälenden Mückenschwärmen zu schützen. Es gab aber auch Biber, Fischotter, Feldhamster und viele andere Tiere, die es auch heute noch gibt, wie übrigens auch das Flusspferd. Mit seinem Vor- trag stellte der Leiter der Abteilung Geowissen- schaften des Karlsruher Naturkundemuseums die Welt der Eem-Warmzeit am Oberrhein vor. 27. November 2018 An den Quellen des Nils – Elefanten, Flusspferde, Schimpansen, Berggorillas, Schuhschnäbel und Tsetsefliegen Vortrag von Dr. W olfram R ietschel (Stuttgart, Fachtierarzt für Zoo- und Wildtiere sowie für Tro- penveterinärmedizin) Der Referent W olfram R ietschel arbeitete von 1974 bis 1980 als Entwicklungshelfer in Afgha- nistan (wo er u.a. den Zoo von Kabul betreute) und Thailand, von 1981 bis 1984 als Zootierarzt in München und von 1985 bis 2011 als leiten- der Tierarzt am Zoologisch-botanischen Garten Wilhelma in Stuttgart. Im „Ruhestand“ betreut er bis heute als Mitarbeiter einer Pferdeklinik Zoo-, Wild- und Zirkustiere, unter anderem 70 Schim- pansen in zwei Tierparks. Wenn man als Zootier- arzt 35 Jahre Menschenaffen betreut, ohne die Tiere in freier Wildbahn beobachtet zu haben, ist es höchste Zeit, dies nachzuholen. Wenn man als Rentner in Uganda, Ruanda und der D.R. Kongo neben vielen anderen Tierarten auch Go- rillas und Schimpansen hautnah erleben darf, muss man einfach dankbar sein. Landschaft- lich ist neben den Seen des Rift-Valley und den Virunga-Vulkanen das bisher kaum erschlossene Abbildung 10. Die Se- minare der Limnologen sind inzwischen Traditi- on. In Aquarien werden Pflanzen und Tiere der Baggerseen vor Ort ausgestellt und mit ihren Besonderheiten besprochen. – Foto: Archiv Limnologische AG.

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