Carolinea 77

S taatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe 239 Tiere zeigen ihren Feinden mit auffälligen Far- ben, dass sie giftig sind, während andere sich mit ihren gedeckten Braun- oder Grüntönen tarnen und im dichten Wald schwer zu sehen sind. Zum Schluss der Aktion nutzten die Kinder Farben aus der Natur für eigene kleine Kunstwerke. Am 13.5.2018, dem Internationalen Museums- tag, konnten Besucherinnen und Besucher die Dauerausstellungen kostenlos erkunden. Im Rahmen der Führung „Vernetzt! Zusammenhän- ge in der Natur“ wurde offenbar, dass in der Tier- welt viele Prozesse voneinander abhängen und sich gegenseitig beeinflussen. Grundlage für die am 20.6.2018 eröffnete GLA „Flusspferde am Oberrhein – wie war die Eis- zeit wirklich?“ war der große Fundus regionaler Originalobjekte aus der Pleistozän-Sammlung des Museums. Im Gegensatz zu anderen, the- matisch verwandten Ausstellungen wurde der Fokus besonders auf den Wechsel von Kalt- und Warmzeiten gelegt. Denn entgegen landläufiger Vorstellung war es keineswegs immer eisig. Der erste Saal der Ausstellung wurde den Fra- gen gewidmet, wie Eiszeitalter entstehen, was für unterschiedliche Klimazeugen aus den Kalt- und Warmzeiten am Oberrhein vorliegen und welche Eiszeitalter aus der Erdgeschich- te bekannt sind. Im zweiten, deutlich größeren Ausstellungssaal wurden in einer stimmungs- vollen, der Landschaft am Oberrhein nachemp- fundenen Inszenierung Pflanzen und Tiere der Würm-Kaltzeit und der darauf folgenden Eem- Warmzeit jeweils im Winter und im Sommer gegenübergestellt. So wurde das Publikum in die Lage versetzt, die Veränderungen in der Le- bewelt im direkten Vergleich nachzuvollziehen. Eindrucksvolle Originalfunde, Präparate und eigens angefertigte Großmodelle eines Fluss- pferds ( Hippopotamus amphibius ), eines Euro- päischen Wasserbüffels ( Bubalus murrensis ), eines Merck’schen Waldnashorns ( Stephano­ rhinus kirchbergensis ) und eines Wollhaarnas- horns ( Coelodonta antiquitatis ) konnten einen lebendigen Eindruck von der damaligen Lebe- welt vermitteln. Veranschaulicht wurde dabei der Einfluss des natürlichen Klimawandels auf die Ökologie des Oberrheingrabens. So zogen während der Würm-Kaltzeit Wollhaarmammuts ( Mammuthus primigenius ), Wollhaarnashörner, Steppenbisons ( Bos priscus ) und Riesenhirsche ( Megaloceros giganteus ) durch die Steppen- landschaft der Region. Dagegen war es in der Eem-Warmzeit sogar etwas wärmer als heute. Hier lebten mächtige Europäische Waldelefan- ten ( Palaeoloxodon antiquus ), Waldnashörner, Wasserbüffel und Flusspferde. Zur GLA wurde ein umfangreiches Begleitpro- gramm organisiert: Führungen, Abendveranstal- tungen, Workshops, Kinderkurse und Kinderge- burtstage, Vorträge sowie Sommerferien- und Winteraktionen. Ein Audioguide wurde erstellt, Abbildung 9. So mögen sie damals ausgesehen haben, die Flusspferde ( Hippopotamus amphi­ bius ) am Oberrhein! – Foto: U. G ebhardt .

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