Carolinea 77
246 Carolinea 77 (2019) texanische Pflanzen“. Die von C harles V inzent (1816-1882) zwischen 1844 und 1847 in Texas gesammelten Belege wurden vom damaligen Museumsdirektor M oritz S eubert (1818-1878) bestimmt und im Auftrag des Oldenburgischen Botanikers O tto B öckeler (1803-1899) zum Ver- kauf angeboten. Nur wenige Herbarien besitzen umfangreichere Teile dieser durch Typen wertvol- len Sammlung. M. A hrens konnte durch die Auf- stockung seines Stellenanteils 2018 außerdem im Moos- und Flechtenherbar begonnene Arbei- ten (Nachlass G. P hilippi , Vergleichssammlung Cladonia ) fortführen und stand auch für Fragen im Zusammenhang mit der anstehenden Herbar- Auslagerung zur Verfügung. Die klassisch-morphologische und molekulare Charakterisierung von pflanzenparasitischen Rostpilzen im Rahmen des Verbundprojekts Ger man Barcode of Life (GBOL-II-Gehölzrostpilze), geleitet von Dr. M arkus S choller , Kurator für Pilze und Algen am SMNK, sowie Dr. B en B ub ner (Thünen-Institut, Waldsieversdorf), wurde erfolgreich fortgesetzt. Eine Untersuchung im Rahmen des Projekts konnte in der Zeitschrift „Mycological Progress“ ( S choller et al. 2018) pu- bliziert werden. Bedeutend sind die Ergebnisse zur Gattung Milesina , zu der die wissenschaft- liche Volontärin R amona B uchheit wichtige neue taxonomisch-morphologische Erkenntnisse mit- hilfe der Licht- und Rasterelektronenmikroskopie beitragen konnte. Diese Ergebnisse korrelieren gut mit den am Thünen-Institut ausgewerteten Sequenzdaten und wurden zur Publikation in der renommierten Zeitschrift „MycoKeys“ einge- reicht. Unabhängig davon wurden mehrere hun- dert zusätzliche genetische Barcodes von Rost- pilzen der Gattungen Coleosporium , Milesina , Melampsora und Pucciniastrum angefertigt und die wissenschaftlich bedeutsamen Referenzbe- lege im Pilzherbarium des SMNK deponiert. Eini- ge dieser Sequenzdaten konnten auch im Projekt „Pilzflora Wilder See“ genutzt werden. In diesem Projekt, an dem Mitarbeiter aus ganz Deutsch- land und dem Elsass beteiligt sind, konnten die wissenschaftlichen Arbeiten abgeschlossen wer- den. Es wurden rund 2.200 Belege, verteilt auf mehr als 600 Arten, erfasst. Die Belege wurden ausnahmslos digitalisiert und im Pilzherbarium des SMNK deponiert. Es ist eine wichtige Refe- renzsammlung, die fortan der Wissenschaft zur Verfügung steht. Die Ergebnisse sollen 2019 als Sonderausgabe der „Zeitschrift für Mykologie“ publiziert werden. Für die geplante Ausstellung „Pilzflora Wilder See“ im Regierungspräsidium Karlsruhe (Eröff- nung am 12.9.2019) wurde ein Konzept entwor- fen. Bei der Konzepterstellung, auch für ein Buch- manuskript zur Ausstellung, wurde M. S choller von M ax W ieners unterstützt (über einen Werk- vertrag finanziert). Aus dem 2017 abgeschlos- Abbildung 13. R amona B uch heit verbrachte zwei Wochen am Thünen-Institut in Waldsie- versdorf bei Berlin, um bei der DNA-Extraktion aus Rostpilz- Herbarmaterial und deren Am- plifizierung mitzuhelfen. – Foto: B. B ubner .
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