Carolinea 77
250 Carolinea 77 (2019) collections of Germany: the animal kingdom in its amazing plenty at museums and universities“ (s. Abschnitt 12.2). Dr. A lbrecht M anegold , Kurator für Wirbeltie- re am SMNK, war im Jahresverlauf neben der Planung des dringend benötigten neuen Außen- depots auch in die Umzugsvorbereitungen ein- gebunden. Im Mai 2018 wurde mit dem ersten Bauabschnitt der Dach- und Fassadensanierung des Hauptgebäudes begonnen (vgl. Abschnitt 1.1). Um den Fortschritt der Baumaßnahmen zu ermöglichen, wurden mehrere Lagerräume im Dachgeschoss geräumt, koordiniert durch den Baubeauftragten M. F alkenberg und A. M ane gold . Von V&B waren 450 m 2 Außenlagerfläche angemietet worden, sodass die Räumung des Dachmagazins West und die Einlagerung bis Au- gust 2018 abgeschlossen werden konnten. Ende 2018 konnten die in Alkohol und anderen Konservierungsflüssigkeiten fixierten Wirbel- tierpräparate (Nass-Sammlung) in ihren an- gestammten und inzwischen nach aktuellen Sicherheitsvorgaben ertüchtigten Depotraum zurückkehren, der von Herbst 2013 bis Anfang 2017 während des Wiederaufbaus des West- flügels für die provisorische Unterbringung von Vivariumstechnik benötigt worden war. Damit ist die Nass-Sammlung erstmals seit über fünf Jah- ren wieder zugänglich. Allerdings wird die Neu- aufstellung der einzelnen Sammlungsteile, der Austausch von Konservierungsmittel und Auf- bewahrungsgefäßen noch viel Zeit in Anspruch nehmen. Auch die Einordnung von mehreren tausend in Alkohol fixierten Fledermaus- und Kleinsäugerbelegen im Depotraum steht noch aus. Ebenfalls im Jahr 2018 wurde ein weiterer Kellerraum von M. F alkenberg und A . M anegold geräumt und für den Umbau für die Wirbellosen- Nass-Sammlung vorbereitet. Die Neuaufstellung dieser Sammlungsteile wird dringend benötigt, da sie seit einigen Jahren wegen des Platzman- gels kaum zugänglich sind. Dr. M anegold und die zoologische Präparatorin A lmuth M üller waren am Abbau der Sonderaus- stellung „Amerika nach dem Eis“ und am Aufbau der GLA „Flusspferde am Oberrhein“ beteiligt. In Zusammenarbeit mit der Abteilung Kommunika- tion wurde von Dr. M anegold der Austausch von Schau- und Hands-on-Präparaten im Rotary- NaturRaum in die Wege geleitet, auch um ein einheitlicheres Erscheinungsbild zu erzielen. Die Digitalisierung der Wirbeltiersammlung wird auf verschiedenen Ebenen vorangetrieben: Seit den 1990er-Jahren wurden die Daten zur Fle- dermaussammlung in erster Linie von Dr. U rsula H äussler in Form von Excel-Tabellen gepflegt. Diese Tabellen wurden von L aura K astner über- arbeitet, sodass mithilfe von F. R aub 3.841 Da- tensätze nach DWB importiert werden konnten. A. M üller widmete sich einem weiteren Projekt, das die Digitalisierung eines bislang unveröffent- lichten Manuskripts des ehemaligen Kurators der Wirbeltiersammlung, R alf A ngst , und des lang- jährigen ehrenamtlichen Mitarbeiters des SMNK, G ünther M üller , zum Gegenstand hat. In diesem Manuskript wurden alle Belege für in Baden nach- gewiesene Vogelarten, die sich in der im 2. Welt- krieg zerstörten Vogelsammlung befanden, nach Katalog- und Karteieinträgen zusammengefasst, darunter auch historische Nachweise für Groß- trappen, die z.T. noch nicht im Grundlagenwerk „Die Vögel Baden-Württembergs“ berücksichtigt worden sind. Ein Digitalisierungsprojekt zur Tan- ganjika-Sammelreise (1962/63) des ehemaligen Hauptkonservators für Zoologie, H elmut K nipper (1914-1974), wurde mithilfe der Badischen Lan- desbibliothek (BLB) in die Wege geleitet: Vom Team Digitalisierung der BLB ( B eate E hlig , A n nett O berhoff , Dr. L udger S yré ) wurden knapp 150 Sammelprotokolle und 50 Umrisszeichnun- gen verschiedenster ostafrikanischer Säugetiere eingescannt. Diese Digitalisate sollen um Objekt- fotos ergänzt, mit den entsprechenden Datensät- zen verknüpft und langfristig über ein Portal frei recherchierbar sein. Die Fotoausrüstung des Re- ferats Zoologie wurde um portables Fotostudio- zubehör ergänzt, sodass jetzt mit der professio- nellen Dokumentation der Exponate in Karlsruhe und Bad Wildbad vor ihrer Umlagerung in das zukünftige Außendepot begonnen werden kann ( A. M anegold , E. N guyen ). Unter Federführung von Dr. G erald M ayr (Sen- ckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt/Main) und in Zusammenarbeit mit Kol- leginnen und Kollegen von der Polnischen Aka- demie der Wissenschaften in Krakau sowie der Universität Warschau wurde ein Manuskript zu fossilen Vögeln aus dem Oligozän Polens abge- schlossen, von denen sich ein Exemplar im Be- stand des SMNK befindet. Mit L aura K astner konnte eine engagierte Mit- arbeiterin dafür gewonnen werden, fast 300 Ochsenfrösche auf ihren Mageninhalt und den
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