Carolinea 77
S taatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe 251 Zustand der Gonaden zu untersuchen. Erste Ergebnisse dieser Untersuchungen wurden von ihr bei einer internen Veranstaltung des Regie- rungspräsidiums Karlsruhe vorgestellt. Im Referat Entomologie konnte der Referatslei- ter und Kurator für Hautflügler, Dr. M anfred V er haagh , 2018 mit einem dreiwöchigen Aufenthalt in der Forschungsstation Panguana im perua- nischen Amazonasgebiet an seine Forschungs- arbeiten in den 1980er-Jahren anknüpfen. Die Forschungsstation Panguana wurde 1968 vom deutschen Zoologenehepaar Dr. H ans -W ilhelm K oepcke und Dr. M aria K oepcke gegründet und wird heute von ihrer Tochter geleitet: Dr. J uliane D iller von der Zoologischen Staatssammlung München (ZSM). Seit 2011 ist Panguana offi- ziell vom peruanischen Staat als privates Na- turschutz- und Forschungsgebiet anerkannt. Mit finanzieller Unterstützung der Hofpfisterei München konnte das Schutzgebiet in den ver- gangenen Jahren von 186 Hektar auf fast 1.300 Hektar (13 km²) vergrößert und die Infrastruktur ausgebaut und modernisiert werden. Gegenüber den sehr einfachen Verhältnissen in den ersten Jahrzehnten erleichtern heute Wohn- und Ar- beitshäuser mit gegen Insekten geschützten Fenstern, fließendem Wasser aus einer Erd- bohrung zum Duschen, elektrischem Strom aus Photovoltaikanlagen sowie einer Internetverbin- dung das Leben und wissenschaftliche Arbeiten enorm. Durch die auch in Peru fortschreitende Zerstörung des Regenwalds hat die Bedeutung Panguanas als Schutz- und Forschungsgebiet stark zugenommen. Im August 2018 konnte das 50-jährige Bestehen gefeiert werden. Damit ist Panguana die älteste biologische Forschungs- station Perus und das am besten erforschte Ge- biet im gesamten andennahen Amazonien. Pan- guana ist ein wahrer Hotspot der Biodiversität (s. https://panguana.de ), u.a. hat M anfred V erhaagh dort bereits über 500 Ameisenarten nachgewie- sen. Seine Untersuchungen im Jahr 2018 kon- zentrierten sich auf die Ameisen der Streufauna, die aus sowohl tagsüber als auch in der Nacht genommen Streuproben extrahiert wurden. In Kooperation mit der ZSM werden die so gewon- nenen Ameisen auch genetisch charakterisiert. Im Herbst 2018 hatte es Dr. V erhaagh mit einer zunehmenden Zahl von Meldungen angeblicher oder tatsächlicher Nester der invasiven Hornis- senart Vespa velutina var. nigrithorax zu tun, sowohl im Stadtgebiet von Karlsruhe als auch im Landkreis. So wurden an der Willy-Andreas- Allee in der Innenstadt-West, in Stutensee-Blan- Abbildung 17. Panguana, die älteste biologische Forschungsstation Perus im Regenwald des Amazonastieflands. – Foto: M. V erhaagh .
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