Carolinea 78
144 Carolinea 78 (2020) identifiziert. Im Exkursionstagebuch bzw. auf der Meldeplattform wurden Details wie Anzahl, Ge- schlecht, Kopula, etc. notiert. Die Teilgebiete sind durch Wirtschaftswege par- allel zum Landgraben bzw. durch den Fußweg an der Südseite des Bruchs zugänglich. Das Teilgebiet Landgraben West kann aus südlicher Richtung durch einen Wirtschaftsweg erreicht werden, im Winterhalbjahr ist der Feldrain neben dem Landgraben gut zugänglich, um das Gewäs- ser ganz in Augenschein zu nehmen. Bei Pflan- zen und Insekten wurde jeweils ein Streifen von ca. 15 Metern links und rechts des Gewässers berücksichtigt, bei ornithologischen Beobach- tungen überfliegender Arten ist die Unschärfe etwas höher. Tabelle 1 fasst die Anzahl der Be- gehungen der verschiedenen Gebiete durch die Autoren zusammen. 3 Ergebnisse der Bestandsaufnahmen 3.1 Bruch In den 1990er-Jahren kam das für Moore ty- pische Torfmoos Sphagnum sp. noch regelmäßig vor und das Bruch enthielt auch noch einen recht großen Bestand an Schilfrohr ( Phragmites aus- tralis ), der mittlerweile durch wuchernde Brenn- nesseln ( Urtica dioica ) und Echte Brombeere ( Rubus fruticosus ) erstickt wurde (Abb. 2). Wei- terhin kommen hier Gehölze wie Schwarz-Erle ( Alnus glutinosa) , Schwarzer Holunder ( Sambu- cus nigra) , Bruch-Weide ( Salix fragilis) und Sal- Weide ( Salix caprea) vor . Am 21.3.2009 nahm J. F. B urton Fotos einer Bruch-Weide auf (Abb. 3) und schätzte ihr Alter nach der Alan-Mitchell-Me- thode ( M itchell 1966) auf 280-300 Jahre, andere Exemplare sind zwischen 170 und 200 Jahre, ca. 140 Jahre und ca. 90 Jahre alt. Am 24.2.2018 wurde mit der gleichen Methode eine Bruch-Wei- de auf ca. 350 Jahre geschätzt (Abb. 4). Weiter wurden eine Silber-Pappel ( Populus alba ) auf 90 bis 100 Jahre und einige Schwarz-Erlen auf ca. 80 Jahre geschätzt. Das „Bruch“ wird im Norden begrenzt durch die Kläranlage „Untere Hardt“ und benachbarte Fel der, und ist im Osten und Westen von Ackerland umgeben. Einige dieser Felder entlang der Bahn- Abbildung 1. Übersicht über die behandelten Gebiete „Bruch“ und „Landgraben“ nördlich von St. Ilgen und Sand- hausen (generiert mit QGIS3, basierend auf google maps).
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