Carolinea 78

B urton & W eiser : Bestandsaufnahme für die Röhrichtgebiete bei Heidelberg 147 heute noch fort. Über die Jahre bemerkte er eine kontinuierliche Zerstörung dieses wertvollen Ha- bitats. Nachdem es trockener wurde, erdrückten die wuchernden Brombeerbestände südlich des Pfades zwischen St. Ilgen und Sandhausen lang- sam die alten Schilfbestände. Heute ist nur mehr ein sehr kleiner Rest übrig geblieben (Abb. 6). Entsprechend sind die brütenden Teichrohr- sänger inzwischen verschwunden. Die vormals großen Brennnesselfluren am westlichen Ende des Pfades, die zwei Sumpfrohrsänger-Paaren ein Bruthabitat boten, leiden ebenfalls unter der Zunahme der Brombeere. Das Ersetzen des al- ten Pfades durch einen breiteren asphaltierten Weg (Abb. 7) war sicher notwendig, hat aber zu einer Verkleinerung des Habitats und zum Ver- lust einer schönen alten Sal-Weide geführt. Der neue Weg verfügt darüber hinaus nun über meh- rere Straßenlaternen, die für die hier vorkom- menden Nachtfalter nicht förderlich sind, da sie wie Lichtfallen wirken. 3.2 Anmerkungen zu Flora und Fauna Das Gebiet ist eindeutig von beträchtlichem orni- thologischem Interesse, aber auch ein wertvolles Habitat für andere Wildtiere. Die Insekten-Fauna ist nicht vollständig untersucht worden, aber ein Lichtfang am 10.8.2020 lässt eine eingehendere Bestandsaufnahme sehr lohnenswert erschei- nen. Die in Tabelle 2 zusammengefassten No- tizen vermitteln einen guten Eindruck vom entomologischen Wert des Areals. Es folgen An- merkungen zu ausgewählten Arten: Sumpfrohrsänger ( Arcocephalus palustris ): ein oder zwei Brutpaare alljährlich in den Brenn- nesselbeständen von 1996 bis 1998. Ein sin- gendes Männchen im Mai 2005, keine Anzeichen Abbildung 6. Rest des alten Röhrichts, August 2013, 7. Blick entlang des erneuerten Wegs, 6.2.2018, mit Resten der Schilfbestände rechts im Bild. 8. Brut-Habitat des Sumpfrohrsängers, Bruch, Sandhausen, 18.6. 2013. – Fotos: J ohn F. B urton .

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