Carolinea 78

148 Carolinea 78 (2020) für eine Brut. Am 14.7.2009 ein singendes Männ- chen anwesend im Gebiet – der erste Nachweis seit 2005. Nach einer weiteren Lücke wurde am südwestlichen Rand des Gebiets ein Männchen am 19., 20. und 28.5.2013 gehört. Ein einzelnes Paar den ganzen Juni 2013 anwesend; am 22.6. wurde das Füttern von mindestens einem Jung- vogel beobachtet. Nachdem die Brennnesseln weitgehend von Brombeeren verdrängt wurden, ist das Habitat inzwischen nicht mehr für diese Vogelart als Brutgebiet geeignet. Reich struk- turierte Hochstaudenfluren, wie sie vor dem Zuwachsen mit der Brombeere hier vorkamen (Abb. 8), stellen für den Sumpfrohrsänger ein passendes Bruthabitat dar ( H ölzinger 1999). Teichrohrsänger ( Arcocephalus scirpaceus ): alljährlich ein oder zwei nistende Paare im Schilf bis 2005 und möglicherweise 2008, dann erst wieder ein Paar 2010. Einzelpaare brüteten wei- terhin 2011 und 2012. Singende Männchen 2006 (2), 2007 (2), 2009, 2013 (2) und im Juni 2017. Heute ist das Habitat offenbar nicht mehr hinrei- chend für diese Art. Der Teichrohrsänger brü- tet in Schilfröhricht und leidet landesweit unter Verlusten seines Bruthabitats ( H ölzinger 1999). Die Wiederherstellung feuchterer Bedingungen und ein Zurückdrängen der Brombeer-Dickichte könnten hier zu einer Verbesserung und Wieder- besiedlung führen. Unter den Schmetterlingen ist der Fund des Kleinen Schillerfalters von J. F. Burton im August 2019 von besonderem Interesse, denn passende Habitate sind in St. Ilgen und Sandhausen eher selten. Der Kleine Schillerfalter braucht Weiden oder Pappeln als Raupen-Nahrungspflanzen. Abbildung 9 zeigt einen Falter im Naturschutzge- biet Zugmantel-Bandholz. Das Areal ist ein Zufluchtsort für eine interes- sante Fauna und sollte als Schutzgebiet ausge- wiesen werden, um weitere Lebensraumverluste sowie die teilweise schon stattfindende Nutzung als wilde Müllkippe zu unterbinden. 3.3 Landgraben Seit Mai 1996 konnte J. F. B urton den Bereich des Landgrabens im Osten (Abb. 10) zwischen der Bahnlinie Heidelberg-Karlsruhe und der Landstraße L598 regelmäßig besuchen, etwas weniger häufig den Abschnitt westlich von Sand- hausen bis zur Kreisstraße K4153 von Sandhau- sen nach Bruchhausen (Abb. 1 und Abb. 17, 18). P. W eiser hat den Abschnitt Landgraben Ost seit 2012 insbesondere im Winter besucht, ferner den Landgraben West mehrfach in den Jahren 2019 und 2020. Zusätzliche Beobachtungen in diesem Gebiet stammen von B. S teiner aus Sandhausen (in der Tabelle 3 vermerkt). Abbildung 9. Kleiner Schillerfalter, Aufnahme am 8.6.2017 im Naturschutzgebiet Zugmantel-Bandholz. – Foto: P eter W eiser . Abbildung 10. Blick von der L598 über den Landgra- ben Ost Richtung Kläranlage. 20.3.2012. – Foto: J ohn F. B urton .

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