Carolinea 78
214 Carolinea 78 (2020) „Riffprothesen“ zu heilen, indem auf elektroche- mischem Weg Kalk aus dem Meerwasser auf eine Besiedlungsmatrix für Korallenlarven abge- schieden wird, um so Trittsteine für die Wieder- besiedlung mechanisch degradierter Riffflächen zu schaffen. Das Verfahren wurde an der Univer- sität Duisburg-Essen entwickelt. 26. März 2019 Kleine Säugetiere ganz groß Vortrag von H arald B rünner (Karlsruhe) Themenvortrag zur Dauerausstellung „Hei- mische Tiere“ des Karlsruher Naturkundemu seums Die ersten Säugetiere lebten vor etwa 200 Milli- onen Jahren und waren mausgroß. Auch heute sind weltweit mehr als drei Viertel aller Säuge- tierarten Kleinsäuger. In Baden-Württemberg kommen etwa 30 Arten vor, die Fledermäuse ausgenommen. Allerdings finden sie im Ge- gensatz zu ihren großen Verwandten nur wenig Beachtung in Öffentlichkeit, Wissenschaft und Naturschutz. Manche Arten betrachten wir allen- falls als Schädlinge, Krankheitsüberträger oder Labortiere. Gerade ihre geringe Größe macht sie aber zu interessanten Studienobjekten in vie- len Bereichen der Säugetierbiologie. Der Refe- rent beschäftigt sich seit 35 Jahren mit unseren kleinen Verwandten. Aus den Themenbereichen Faunistik, Taxonomie, Populationsgenetik und Artenschutz stellte er Beispiele aus der eigenen Kleinsäugerforschung vor. 6. April 2019 Vogelkundliche Führung durch das NSG „Sandheiden und Dünen“ bei Sandweier Führung von M arianne L eis -M esser (NABU Ba- den-Baden/Sinzheim) und J ochen L ehmann (OAG Karlsruhe) Das NSG „Sandheiden und Dünen“ bei Sandwei- er ist ein ehemaliges Militärgelände, in dem aus- gedehnte Sandrasen mit einzelnen Gebüschen sowie naturnahe Waldgesellschaften wertvolle Lebensräume für viele Vogelarten darstellen. Be- sonders wertgebend ist das Vorkommen der Hei- delerche, die hier eines ihrer größten Vorkommen in der Oberrheinebene hat. Weitere interessante Brutvögel sind Schwarzkehlchen, Baumpieper, Wendehals, Mittel-, Grau- und Schwarzspecht. Zudem dient das Gebiet durchziehenden Vögeln als wichtiger Trittstein: Steinschmätzer, Brachpie- per, Wiedehopf, Ortolan und Raubwürger wur- den während der Zugzeit im Gebiet beobachtet und weisen das Areal als Durchzugsgebiet von überregionaler Bedeutung aus. Die Führung be- gann 8.30 Uhr und dauerte etwa 3 Stunden. 9. April 2019 Das Verschwinden der Schmetterlinge, die konkreten Ursachen und die Folgen Vortrag von Prof. Dr. J osef H. R eichholf (Neuöt- ting, früher Zoologische Staatssammlung Mün- chen) Seit Jahrzehnten gehen die Bestände vieler Schmetterlingsarten und anderer Insekten zu- rück. Das ist bekannt und vielfach publiziert wor- den. Aber erst die sogenannte Krefeld-Studie schaffte es in die Öffentlichkeit und bis in die hohe Politik. Diese versucht nun, sich ihrer Ver- antwortung dadurch zu entziehen, dass sie wei- tere Forschungen fördert, „um die Ursachen zu ermitteln“. Doch diese sind längst geklärt, wie der Vortrag zeigte. Denn R eichholf hat die Be- standsentwicklung von Schmetterlingen und an- deren Insekten mehr als ein halbes Jahrhundert lang in Südostbayern und München untersucht. Seine Befunde weisen klar auf die Verursacher hin, und sie stimmen mit denen aus Krefeld und anderen Regionen überein. Es ist höchste Zeit zum Handeln. 11. Mai 2019 Weißer Steinbruch Pfaffenhofen Geologische Exkursion mit Dr. M atthias G eyer (Geotourist Freiburg) Zu der ca. zweistündigen Kooperationsveran- staltung traf man sich um 14.00 Uhr am Wan- A bbildung 5. Bergenit vom Krunkelbachtal bei Menzen- schwand. Bildbreite 3 mm – Foto: S tephan W olfsried , Geowissenschaftliche AG.
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