Carolinea 78

Naturwissenschaftlicher Verein 227 tomologischer AG im Naturwissenschaftlichen Verein Karlsruhe e. V., sie wird sich positiv auf das Miteinander der Mitglieder beider Gruppen auswirken Der letzte Vortrag im entomologischen Jahres- programm fand am 29. November statt. A xel S teiner (Wöschbach) zog für das Online-Portal „Deutschlandfauna Schmetterlinge“ (www.lepi- doptera.de) zum Abschluss des seit 2016 lau- fenden Projekts ein Fazit und stellte die erreich- ten Ergebnisse vor. Die bislang in regionalen und privaten Datenbanken verstreuten faunistischen Daten zu den knapp 3.700 einheimischen Schmetterlingsarten konnten zwar nicht alle in dem Projekt gesammelt und zusammengefasst werden, gleichwohl geben nun über 3,5 Millionen Datensätze in den Art-weise aufrufbaren Nach- weiskarten einen besseren Überblick über den digital vorhandenen Kenntnisstand zu jeder Art in Deutschland. Regionale Datenbanken existieren in allen Bun- desländern mit Ausnahme von Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Die digitale Erfassung der Daten aus der Literatur und aus Sammlungen ist in den einzelnen Bundeslän- dern unterschiedlich weit fortgeschritten. Auch die aktuelle Durchforschung erfolgt regional mit unterschiedlicher Intensität. Hinzu kommt, dass die sogenannten Kleinschmetterlinge im Vergleich zu den Tagfaltern, Spinnern, Schwär- mern, Eulenfaltern und Spannern sehr viel we- niger bekannt und erforscht sind, was vor allem an der geringeren Anzahl von Experten für die- se Gruppe liegt. Darum stellen sich die Verbrei- tungsbilder der einzelnen Arten noch sehr ver- schieden dar und erfordern stets eine fachliche Interpretation. Gleichzeitig sind weiße Flecken in den Kartendarstellungen oft ein Hinweis auf faunistischen Forschungsbedarf und können mo- tivierend wirken, ihn zu verbessern. Das Internet- portal enthält außerdem Phänologie-Diagramme und Artsteckbriefe. Die Daten werden als Grundlage für die Erar- beitung der zukünftigen Roten Listen Deutsch- lands dienen und belegen die Dynamik der heimischen Schmetterlingsfauna: Neben der Ausbreitung einiger Klimawandel-Gewinner wird in erschreckend vielen Fällen das Verschwinden ökologisch anspruchsvoller, spezialisierter Ar- ten dokumentiert. Auch bei einer ganzen Reihe von sogenannten Arten „mittlerer Häufigkeit“, deren Abnahme oft nicht bewusst wahrgenom- men wird, zeigt die Datenlage vielfach deutliche Rückgänge. Führungen und Exkursionen: Über die „Bota- nische und schmetterlingskundliche Exkursion“ vom 19. Juni auf den Grötzinger Knittelberg, ei- ner Führung von A ndreas K leisteuber , G erhard W örle und R. T rusch , alle Karlsruhe, wurde be- reits im Hauptprogramm berichtet, vgl. dort. In der Zeit vom 3. bis 7. Juni fand im Süden Itali- ens der 21. Europäische Kongress für Lepidopte- Abbildungen 20-21. Nachtkerzenschwärmer Proserpinus proserpina ( P allas , 1772). K arl T reffinger , der Bildautor für das spektakuläre Umschlagbild von Band 4 des Grundlagenwerkes „Die Schmetterlinge Baden-Württembergs“ eines fliegenden Nachtkerzenschwärmers, konnte auch 2019 die seltene Art wieder in seinem Hausgarten in Jöh- lingen-Walzbachtal bei der Eiablage an Epilobium hirsutum mehrfach sichten und meldete seine Beobachtungen an das Karlsruher Naturkundemuseum. Abbildung 19. Jungraupe; auffällig bei der Art ist, dass sie im Gegensatz zu den anderen heimischen Schwärmern kein Afterhorn besitzt. Abbildung 20. Frisch geschlüpfter Falter. – Alle Fotos: R. T rusch .

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