Carolinea 78

Naturwissenschaftlicher Verein 235 Vortrag diese Minerale und ihre Vorkommen im Schwarzwald vor. Im März hielt E rich K nust aus Karlsruhe seinen Vortrag „Der Eisenerzbergbau in der Umgebung von Bad Bergzabern“. Aus der Zeit der Zwei- brücker Herzöge L udwig II (1502-1532) und W olf - gang stammen die ersten schriftlichen Zeugnisse und Bodenfunde des Bergbaus bei Bergzabern. Unter Herzog J ohann I. (1550-1604) erlebte die Erzgewinnung einen ersten Höhepunkt. Mit der Französischen Revolution kam der Bergbau kurz- zeitig zum Stillstand. In einem Bericht im „Journal des Mines“ von 1812 beurteilte Bergingenieur C almelet den Ausbau der Eisenerzgewinnung bei Bergzabern als vielversprechend. Betrieben wurden vier Gruben mit fünfzehn Stollen. Das geförderte Erz wurde mit Ochsenkarren zur Ver- hüttung nach Schönau gefahren. 1835 erwarb L udwig von G ienanth das Schönauer Hüttenwerk und die Abbaukonzession in der Petronell. Be- reits drei Jahre später wurden die Bergzaberner Gruben wieder geschlossen. Die Stilllegung des Schönauer Hochofens und damit der Südpfälzi- schen Erzgewinnung erfolgte 1883. 1937 wurde ein Nachlesebergbau im Bergzaberner Gruben- feld mit modernen Methoden wieder aufgenom- men, aber bereits 1939 beendet. Die Reste der 500-jährigen Geschichte der Eisenerzgewinnung und Verhüttung im ehemaligen Bergzaberner Grubenfeld findet man heute an den Hängen des Querenbergs, der Petronell sowie an den Hän- gen beidseits des Steinbachtals nach Böllenborn. Im April veranstaltete W. W urster (Pfinztal) eine „Fluorit-Show“. Der Fluorit ist wegen seiner Äs- thetik und nicht zuletzt wegen seines reichlichen Vorkommens ein beliebtes Sammlermineral. An Vorträgen und Veröffentlichungen in Zeitschriften zum Thema Fluorit mangelt es nicht, sodass ein neuerer Beitrag beim „Karlsruher Geowissen- schaftlichen Treffen“ eigentlich nicht angesagt war. Aber als der Autor seinen zuletzt erwor- benen Fluorit in seine Sammlung einordnete, war er über zwei Zahlen gestolpert: Er besitzt 135 Fluorite aus 50 Sammlerjahren! So war das der Anlass, diese einmal aus den Schubladen hervorzuholen und insgesamt den Sammlerkol- legen vorzuzeigen. Im Mai hielt uns Dr. P aul R ustemeyer aus Gundel- fingen seinen Vortrag: „Turmalinerlebnis Mada- gaskar“. Madagaskar ist seit über 100 Jahren ei- ner der wichtigsten Lieferanten für große, farbige Turmalinkristalle. Diese sind für Schmucksteine, Schwingungssensoren und als Sammlungsob- jekte gesuchte Raritäten. Sein Vortrag schilderte bildreich die Verhältnisse des Turmalinbergbaus rund um Antsirabe im Hochland Madagaskars. Das Gebiet ist bekannt für seine riesigen Pegma- titfelder, in denen immer wieder herrliche vielfar- bige Turmaline gefunden werden. Einige Turma- lin-Prachtexemplare wurden präsentiert und ihr aufschlussreiches Inneres mit „Turmalinflügen“ erlebbar gemacht. Eindrücke von der exotischen Landschaft und den nicht immer ganz einfachen Lebensverhältnissen auf Madagaskar rundeten den Vortrag ab. Im Juni hielt B en van den B erg aus Pforzheim den Vortrag: „Pforzheimer Stinkquarze – die Vielfalt der Fundstelle Öschelbronn“. Die Äcker östlich der Straße „Am Eichhof“ beim Klinikum Johanneshaus in Öschelbronn sind schon lan- ge als Fundstelle für Pforzheimer Stinkquarze (sogenannte authigene Quarze) bekannt. Bei Erdarbeiten für einen Erweiterungsbau des Kli- nikums wurden Schichten des Oberen Mittleren Muschelkalks aufgeschlossen, die als primäre Lagerstätte für authigene Quarze gelten. Der Vortragende zeigte den temporären Aufschluss, die Vielfalt der Funde und stellte neue Erkennt- nisse vor. Juli: Die VFMG Heidelberg hat den Malachit zum Mineral des Jahres 2019 proklamiert. Das wur- de zum Anlass genommen, den Malachit zum Thema zu machen und gründlich unter die Lupe zu nehmen. Der Autor zeichnete das Mineralien- Portrait des Malachits und sprach über die Grün- de, die zur Wahl zum Mineral des Jahres 2019 geführt hatten. Er brachte auch ausgewählte Stücke aus seiner Sammlung mit; die Teilneh- mer waren gebeten, es nachzutun und ebenfalls Stücke mitzubringen. Im September fand im Naturkundemuseum der Lichtbildervortrag von E dgar M üller (Saar- wellingen): „Minerale der Vulkaneifel“ statt. Seit mehr als 200 Jahren ist die Eifel Gegenstand zahlreicher wissenschaftlicher, auch mineralo- gischer Untersuchungen und Veröffentlichungen. Durch die wesentlich verbesserten Untersu- chungsmethoden, den Fleiß vieler Sammler und den ständig fortschreitenden Abbau der Vulkan- gebäude wurde eine Vielzahl neuer Mineralien entdeckt und beschrieben. Bis heute sind die Mikromineralien der Vulkaneifel ein Magnet für viele Sammler und Wissenschaftler, und so ist es

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