Carolinea 78

242 Carolinea 78 (2020) (DMB) beigetreten. Zu diesem Arbeitskreis ge- hört auch die Arbeitsgruppe Brandschutz, in der das SMNK aktiv mitarbeitet. Einen weiteren Bereich der Sicherheitstechnik will das Museum mit dem Beitritt zum Notfallverbund Karlsruhe abdecken. Vorgespräche haben bereits stattge- funden, der Beitritt wird voraussichtlich 2020 er- folgen. M ichael A dam , seit 1.7.2018 am SMNK, Security-Beauftragter und Leiter des Referats Technischer Dienst, arbeitet in Zusammenarbeit mit Vermögen und Bau sowie einer Fachfirma auch an einem den gesamten Museumskomplex umfassenden Brandschutzkonzept. Der schleppende Fortgang der Gebäudesanie- rung, die mit der Sanierung verbundene Not- wendigkeit, Sammlungen umzulagern oder po- tenzielle Ausweichflächen für die Umlagerung von Sammlungsbeständen auf deren Eignung zu prüfen, stellen auch eine Belastung des wis- senschaftlichen Personals des Naturkundemu- seums dar. Parallel dazu muss nach Vorgaben des Landes auch die Vermögensbewertung aller Sammlungsbestände vorangetrieben wer- den, die bis zum 31.12.2020 abzuschließen ist. Dass dennoch am SMNK auch im Jahr 2019 erfolgreich wissenschaftlich gearbeitet und publi- ziert worden ist, kann den weiteren Abschnitten dieses Berichts entnommen werden. Begleitet werden die Forschungsvorhaben des SMNK durch dessen wissenschaftlichen Beirat. Für diesen war am 15.11.2018 eine neue Ge- schäftsordnung in Kraft getreten, die erforderlich wurde, da das Staatliche Museum für Naturkun- de Stuttgart (SMNS) den Wunsch hatte, dass es statt dem bisherigen gemeinsamen Beirat von SMNK und SMNS zwei getrennte Beiräte geben soll, welche aber mindestens einmal pro Jahr auch einen Sitzungstermin mit gemein- samen Sitzungsteilen haben. Laut Nachricht des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (MWK) vom 3.1.2019 hat Frau Ministerin T heresia B auer MdL auf Vor- schlag von Museumsdirektor Prof. Dr. N orbert L enz folgende Mitglieder in den Beirat des SMNK berufen: Prof. Dr. H artmut G reven (Heinrich- Heine-Universität Düsseldorf), Prof. Dr. K irsten I. G rimm (Johannes Gutenberg-Universität Mainz und Naturhistorisches Museum Mainz), Prof. Dr. C hristian A. M eyer (Universität Basel), Prof. Dr. P eter N ick (Karlsruher Institut für Technologie KIT) und Prof. Dr. A nnette S cheersoi (Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn). Der neu berufene Beirat traf sich 2019 zu zwei Sitzungen. Die erste Sitzung, die am 27.5.2019 im SMNK stattfand, diente vor allem dem ge- genseitigen Kennenlernen. Als Vorsitzender des Beirats wurde Prof. N ick gewählt, als dessen Stellvertreterin Prof. G rimm . Am 13.11.2019 fand im SMNS eine gemeinsame Sitzung der Beiräte beider staatlichen Naturkundemuseen Baden- Württembergs statt. Auf der Tagesordnung stand u. a. die Frage, inwieweit SMNK und SMNS als Repositorien für Sammlungsmaterial aus Mo- nitoringprojekten des Landes zur Verfügung stehen. Dies ist der ausdrückliche Wunsch der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW), der allerdings zumindest vom SMNK nur dann erfüllt werden kann, wenn Platzmangel und Personalknappheit behoben oder zumindest gemildert werden. Stattdessen droht aber die Schere zwischen SMNK und SMNS weiter auseinanderzugehen: In einer Pressemitteilung des Landes vom 5.11.2019 wurde bekannt gegeben, dass die Einrichtung eines Zentrums für Integrative Taxonomie be- schlossen worden ist, das vom Naturkundemuse- um Stuttgart und der Universität Hohenheim ge- tragen werden soll. Die Absicht, das Fachwissen zur Artenvielfalt zu stärken, weiterzuentwickeln und in die Gesellschaft zu tragen, ist natürlich zu begrüßen. Angesichts einer seit Jahren beste- henden Zusammenarbeit zwischen dem SMNS und der Uni Hohenheim ist auch nachvollziehbar, dass der Standort Stuttgart bei diesen Plänen eine besondere Rolle spielt. Dass aber offenbar alle im Rahmen dieser Taxonomie-Initiative zur Verfügung stehenden Mittel in Stuttgart konzen- triert werden sollen, ist nicht nur für das SMNK enttäuschend. Diese Vorgehensweise erscheint auch wenig zielführend, da Artenschutzfachleute im ganzen Land benötigt werden. Dass wir uns inmitten einer gravierenden Biodi- versitätskrise befinden, wird inzwischen auch von großen Teilen der Politik anerkannt. Daher hatten sich im Juli 2018 Vertretungen von vier Univer- sitäten und der beiden staatlichen Naturkunde- museen des Landes in einem gemeinsamen Schreiben an den Ministerpräsidenten gewandt und die Schaffung von zwei Kompetenzzentren zur Taxonomie gefordert: eines im württember- gischen Landesteil und eines im badischen Lan- desteil. Die Landesregierung hat sich 2019 an- ders entschieden, obwohl auch das SMNK über ein Netzwerk von Kooperationspartnern verfügt,

RkJQdWJsaXNoZXIy MjI1Mjc=