Carolinea 78

S taatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe 257 In einer laufenden Dissertation werden vonT. B au - er zum ersten Mal auf den städtischen Grünflä- chen Rüsselkäfer und Spinnen gesammelt und deren Artenzusammensetzung analysiert. Nach Auswertung der einschlägigen Literatur zum Thema insektenfreundliche Mahd und eigenen Erfahrungen formulierten die Projektmitarbeiter für das Gartenbauamt der Stadt Karlsruhe Emp- fehlungen für eine im Sinne des Naturschutzes weiter optimierte Grünflächenpflege, die auch auf der Website www.stadtwiesenmensch.de zu finden sind. Außerdem wurden vom Projektteam in Absprache mit dem Gartenbauamt Inhalte und Formate von Informationstafeln für die Bevölke- rung geplant. Dem SMNK-Kurator für Schmetterlinge, Dr. R o - bert T rusch , wurde am 13.3.2019 in Halle für seine Verdienste auf dem Gebiet der Schmetter- lingskunde die Meigen-Medaille verliehen. Diese Auszeichnung wird alle zwei Jahre von der Deut- schen Gesellschaft für allgemeine und ange- wandte Entomologie (DGaaE) in Erinnerung an den Entomologen J ohann W ilhelm M eigen (1764- 1845) zur Förderung der entomologischen For- schung auf dem Gebiet der Systematik und Fau- nistik vergeben. DieVerleihung erfolgte durch den Präsidenten der DGaaE, PD Dr. J ürgen G ross , auf Vorschlag eines aus fünf Mitgliedern der Gesellschaft bestehenden Kuratoriums. DGaaE- Vorstandsmitglied Prof. Dr. Dr. B ernhard K laus - nitzer hob in seiner Laudatio vor allem T rusch s Verdienste um die Faunistik und die Förderung der in ihrer Freizeit tätigen Entomologen hervor. Neben der wissenschaftlichen Arbeit hat sich der Preisträger auch um den Schutz der Vielfalt der Insektenwelt und die Förderung nebenberuflich tätiger Entomologen bemüht sowie durch die Ge- winnung und Anleitung Jüngerer und die Popu- larisierung der Insektenkunde verdient gemacht. Dr. T rusch ist auch Koordinator der 2019 begon- nenen, von der LUBW finanzierten Kartierung der Nachtfalterfauna Baden-Württembergs, die bis Ende 2020 fortgesetzt wird. Dr . A lexander R iedel , Kurator für Käfer und an- dere Insekten (außer Schmetterlingen, Wespen, Bienen und Ameisen) führte in der ersten Jah- reshälfte erneut eine Reise nach Papua-Neu- guinea durch, die hauptsächlich der weiteren Erforschung der Rüsselkäfergattung Trigono- pterus diente. Dabei wurden zwei Gebiete des Owen-Stanley-Gebirges besucht: Kokoda auf der Nordseite und Mount Obree an der Südsei- te der Wasserscheide. Obwohl beide Gebiete nur 80 km auseinander liegen, gab es bei den gesammelten Arten kaum Überlappung. Ferner wurden einige Orte im Westen des Landes be- sucht: Kiunga, Tabubil und Telefomin. Insgesamt führte die Reise zur Entdeckung von mehr als 100 weiteren Trigonopterus -Arten, was die Zahl der bekannten Arten dieser Gattung auf 1.080 erhöhte. Die Beschreibung der vielen neuen Trigonopterus -Arten hält mit deren Entdeckung Abbildung 18. Exkursi- on mit Studierenden des KIT auf einer städtischen Grünfläche im Rahmen des Projekts „Stadt.Wiesen. Mensch“. – Foto: H. H öfer .

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