Carolinea 77

G üsten et al.: Bläulinge in der Jagst-Kocher-Region: Verbreitung, Ökologie, Schutz 101 Wundklee-Standorten zwischen den genannten Stellen sowie zwischen dem Areal im nördlichen Jagst-Tal und den isolierten südlichen Vorkom- men (Abb. 10). Die vorliegende Studie kam zu dem Ergebnis, dass auch sehr kleine Wundklee-Bestände von diesem Bläuling bewohnt werden. Somit können wahrscheinlich auch kleine, isolierte Populati- onen verhältnismäßig lange persistieren. Eine in Niedersachsen durchgeführte Untersuchung konnte zeigen, dass C. minimus über ein deut- lich größeres Ausbreitungspotential verfügt als bislang vermutet wurde ( K rauss et al. 2004). Die- se Arbeit ergab aber auch, dass innerhalb eines zusammenhängenden Areals selten Wundklee- Standorte ohne Vorkommen von C. minimus re- gistriert werden. Auch aus Bayern ist bekannt, dass C. minimus durch seine Mobilität rasch neue Standorte erschließen kann ( W illig 2013). 2.2 Phänologie Nach E bert & R ennwald (1991) fliegt C. minimus im Neckar-Tauberland schwerpunktmäßig von Mai bis Juni. Im Juli sind Falter bereits selten, und die spärlichen Nachweise von Ende Juli bis Ende August müssen wahrscheinlich einer parti- ellen 2. Generation zugerechnet werden. Wie im Tauberland wird auch in Bayern in der kollinen Stufe von einer unvollständigen zweiten Gene- ration berichtet. Dabei gibt es zeitlich oft einen fließenden Übergang von der ersten zur meist schwach ausgeprägten 2. Generation ( W illig 2013), da eine sehr breite Streuung des Erschei- nens der Falter der 1. Generation anzunehmen Abbildung 10. Fundorte von Cupido minimus in der Jagst-Kocher-Region während der Studie (schwarze Quadrate) und aus der LDS-BW (graue Quadrate, mit Jahr des letzten Nachweises). – Grafik: R obert G üsten . Creative Commons ( B ernd H aynold )

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